Ombudsfrau John rügt Folgenlosigkeit der NSU-Aufarbeitung

Eingang zum Strafjustizzentrum München während des NSU-Prozesses, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Eingang zum Strafjustizzentrum München während des NSU-Prozesses, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Die Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), Barbara John, hat anlässlich des 3. Jahrestages der Enttarnung der Gruppe moniert, dass nur unzureichend Konsequenzen aus den Ereignissen gezogen worden seien. „Von den Vorschlägen des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages wurde kaum etwas umgesetzt“, sagte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstagsausgabe). „Bei jedem Angriff auf einen Ausländer sollte beispielsweise aktiv nach möglichen rechtsradikalen Verursachern gesucht werden.“

Das sei noch längst nicht bei der Polizei angekommen. „Außerdem ist nicht ein Verantwortlicher aus den Sicherheitsbehörden für die Fahndungspannen zur Rechenschaft gezogen worden. Das mag sehr schwer sein. Aber es ist nicht einmal die Idee aufgekommen, überhaupt Rechenschaft zu verlangen.“ John fügte hinzu: „Die Familien der Opfer sind dabei, wieder in die Normalität zurück zu finden. Dabei brauchen sie weitere Unterstützung.“ Vor allem müssten sie von der Gesellschaft einbezogen werden. Der NSU wurde am Dienstag vor drei Jahren enttarnt.

Über dts Nachrichtenagentur

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