Olympia-Bewerbung: Entscheidung zwischen Berlin und Hamburg in 2015

Berliner Fernsehturm, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Berliner Fernsehturm, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Die Entscheidung zwischen den Olympia-Bewerbern Berlin und Hamburg wird erst im nächsten Jahr fallen. Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), kündigt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Montagsausgabe) an, sich vor der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über dessen Reformen und vor einem Bürgervotum in Berlin und Hamburg nicht festzulegen. „Die schlechteste Variante wäre, dass wir uns auf eine Stadt festlegten und deren Bürger das Projekt dann nicht unterstützten“, sagt er im Interview.

In Anspielung auf das Scheitern einer Bewerbung um die Winterspiele sagt er: „Ein zweites München darf uns nicht passieren.“ Bisher war vorgesehen, dass der DOSB sich auf seiner Vollversammlung am 6. Dezember in Dresden festlegt. Hörmann begründet die Olympiabewerbung auch mit der Dominanz des Fußballs im deutschen Sport. Durch die Europameisterschaften 2020 und 2024 würde diese Vorherrschaft voraussichtlich noch größer. „Wir müssen uns alle fragen, ob nicht ein Ungleichgewicht erreicht ist, das Anlass zu großer Sorge gibt“, sagt er im F.A.Z.-Interview. „Wird unsere Sportlandschaft nicht fast zu sehr vom Fußball geprägt?“ Hörmann fordert darüber hinaus 40 bis 55 Millionen Euro mehr Spitzensportförderung. Die Summe entspreche einem Viertel bis einem Drittel an den Einnahmen, die der Staat trotz der Blockade der Vergabe von Sportwetten-Lizenzen bereits habe.

Über dts Nachrichtenagentur

Anzeige