Ökonomen rechnen mit Wirtschaftswachstum im dritten Quartal

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Berlin – Mit einem starken Endspurt könnte die Wirtschaft hierzulande das dritte Quartal noch gerettet haben. Immer mehr Ökonomen rechnen damit, dass die Wirtschaftsleistung zwischen Juli und September nicht weiter geschrumpft ist, wie eine Umfrage der „Welt am Sonntag“ zeigt. Dabei war lange das zweite Negativwachstum in Folge erwartet worden, was Volkswirte als „technische Rezession“ bezeichnen.

„Bis vor Kurzem hatten wir für das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal gerechnet“, sagte Jörg Krämer, Chefökonom der Commerzbank. Doch am Freitag dieser Woche hellten neue Zahlen das Bild noch einmal auf. Das Statistische Bundesamt korrigierte die Industrieproduktion für den August nach oben, während die Exporte im September um satte 5,5 Prozent zulegten. „Alles in allem erwarten wir deshalb nun eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts“, sagte Krämer. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft noch um 0,2 Prozent geschrumpft. Auch Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank, rechnet mit einem Nullwachstum. „Während Konsum und Außenhandel einen positiven Wachstumsbeitrag geleistet haben dürften, kam vonseiten der Unternehmensinvestitionen wohl ein deutlicher Abtrag für das Bruttoinlandsprodukt“, sagte er. „Während die Unternehmen vor Schreck über Putins Angriff auf die Ukraine ihre Ausrüstungsinvestitionen wohl kurzfristig weiter zurückgeschraubt haben, dürften der private und der Staatsverbrauch etwa stabil geblieben sein“, sagte Holger Schmieding von der Berenberg-Bank. Er erwarte für das dritte Quartal ein leichtes BIP-Wachstum von 0,1 Prozent. „Einer technischen Rezession ist Deutschland wahrscheinlich knapp entkommen“, so Schmiedig.

Über dts Nachrichtenagentur

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