Ökonom: Zuwanderer "rechtlich schlechter" stellen als Einheimische

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Ungleichheitsforscher Branko Milanovic plädiert für einen radikalen Neuanfang in der Migrationspolitik: Im Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ sprach er sich dafür aus, Zuwanderer „rechtlich schlechter“ zu stellen als Einheimische. „Man könnte ihnen etwa befristete Aufenthaltsgenehmigungen anbieten: Nach drei oder vier Jahren müssten sie zurück. Oder man legt fest, dass Migranten höhere Steuern bezahlen“, so Milanovic.

Durch solche Maßnahmen lasse sich die Bereitschaft in den reichen Staaten erhöhen, Migranten ins Land zu lassen. Das sei wichtig, weil Migration einen entscheidenden Beitrag im Kampf gegen die globale Armut leisten könne, da die Zuwanderer in den USA oder in Europa mehr verdienten als etwa in Afrika. „Wir sollten mit dem Thema Migration pragmatisch umgehen. Wenn ich mein Dorf in Nigeria verlasse, um in London zu arbeiten, weil ich dort mehr Geld verdiene, dann habe ich deshalb noch lange keinen Anspruch auf alle Vergünstigungen, die den Einheimischen zustehen“, sagte der Ökonom. Milanovic hat lange für die Weltbank gearbeitet und lehrt heute Volkswirtschaft in New York. Er ist einer der weltweit führenden Experten für Ungleichheit.

Kopftuchträgerinnen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Kopftuchträgerinnen, über dts Nachrichtenagentur