Ökonom sieht AfD durch Folgen der Franken-Freigabe entzaubert

Schweizer Franken, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Schweizer Franken, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Nach Ansicht des Direktors des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, ist die eurokritische AfD durch die Währungsturbulenzen in der Schweiz entzaubert worden: „Wenn es denn bei der AfD je etwas zu entzaubern gab, dann sollte es spätestens mit der kurzfristigen Freigabe des Schweizer Franken geschehen sein“, sagte Horn dem „Handelsblatt“ (Onlineausgabe). „Die verheerenden Wirkungen auf die Exportchancen der Schweizer Wirtschaft würden sich in Deutschland mit einem Euro-Austritt wiederholen.“ Eine Rezession mit hoher Arbeitslosigkeit wäre aus Sicht Horns die „wahrscheinliche Folge“.

Hintergrund ist, dass die AfD einen Austritt Deutschlands aus der Eurozone befürwortet. „Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein“, heißt es im Programm der Partei zur Bundestagswahl 2013. In den „politischen Leitlinien“, die später verfasst wurden, wird der Euro-Austritt Deutschlands zwar nicht mehr ausdrücklich erwähnt. Dennoch hat die AfD das Vorhaben noch nicht aufgegeben. Erst diese Woche erklärte der Chef der AfD, Bernd Lucke, mit Blick auf das Gutachten des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu den geplanten Staatsanleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB): Der juristische Freibrief für Anleihekäufe der EZB zeige, dass der Euro keine Stabilitätsgemeinschaft sei und Deutschland daher problemlos zur D-Mark zurückkehren könne.

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