Ökonom fürchtet Gas-Lieferstopp bei härteren Russland-Sanktionen

Gasofen, Steven Depolo, Lizenztext: dts-news.de/cc-by
Foto: Gasofen, Steven Depolo, Lizenztext: dts-news.de/cc-by

Berlin – Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, hat vor den Folgen schärferer Sanktionen gegen Russland gewarnt und erklärt, diese könnten einen Gas-Lieferstopp nach sich ziehen. Der Ausschluss Russlands aus dem internationalen Zahlungsverkehrssystem Swift und das Einfrieren der Konten russischer Finanzinstitutionen wären zwar „wahrscheinlich eine der effizientesten Möglichkeiten, der russischen Wirtschaft zu schaden“, sagte Horn „Handelsblatt-Online“. „Man muss sich allerdings dann auf eine weitere Eskalation des Konflikts einstellen, bei dem Russland zum Beispiel die Gaslieferungen verteuert oder gar stoppt.“

Es sei nicht auszuschließen, dass damit die Verunsicherung weiter um sich greife „mit schwer quantifizierbaren wirtschaftlichen Schäden für beide Seiten“, sagte Horn weiter. „In einer politisch und wirtschaftlich interdependenten Welt kann niemand ein Interesse an einem radikalisierten und wirtschaftlich verelendenden Russland haben“, betonte Horn. „Insofern kann man nur festhalten, dass Sanktionen diesen Konflikt letztlich überhaupt nicht im Interesse Europas lösen können“, fügte der IMK-Chef hinzu.

Über dts Nachrichtenagentur

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