Oberstdorf – Bergwacht, Polizei und „Christoph 17“ im Dauereinsatz im Allgäu

Lkrs. Oberallgäu/Oberstdorf + 24.07.2012 + 12-1845

Rettungshubschrauber-BergungEinen einsatzreichen Tag in den Oberallgäuer Bergen musste der Polizeihubschrauber „Edelweiß“ sowie die Bergwacht Oberstdorf am Dienstag, 24.07.2012, bewältigen

Bereits in den frühen Morgenstunden wurde bekannt, dass sich ein russisches Ehepaar in den Seewänden über dem Oytal verstiegen hatte. Die 27 und 25 Jahre alten, schlecht ausgerüsteten, Personen, die nur mit Sandalen unterwegs waren, waren bereits am Tag zuvor vom Weg abgekommen und mussten die Nacht in einem sehr absturzgefährlichen Gelände verbringen. Da eine Rettung zu Fuß aufgrund des Geländes nicht möglich war, wurde ein Polizeihubschrauber zur Durchführung der Windenbergung entsandt.


Auf dem Anflug zu diesem Einsatz wurde kurz nach 8.00 Uhr der Absturz eines 68-jährigen Wanderers auf dem Weg von der Enzianhütte zur Rappenseehütte bekannt. Aufgrund dieser akuten Notlage wurde zunächst der ca. 200 Meter abgestürzte Bergwanderer mittels Winde gerettet. Der nachgeforderte Rettungshubschrauber „Christoph 17“ kam mit einer Notärztin zur medizinischen Versorgung zum Zwischenlandeplatz an der Enzianhütte und übernahm den Schwerverletzten. Im Anschluss erfolgte durch den Polizeihubschrauber in einer aufwendigen Windenaktion die Bergung des russischen Ehepaars.
Noch während der Polizeihubschrauber in Oberstdorf war, wurde er kurz nach 10.00 Uhr erneut für einen Einsatz in den Bergen angefordert. Auf dem Weg zwischen der Gaißalpe und dem „Gaisalpsee“ hatte eine Wanderin beobachtet wie ein 74-jähriger mehrere Meter einen Hang hinuntergefallen war. Zeitgleich machte sich der Rettungshubschrauber „Christoph 17“ von Kempten aus wieder auf den Weg zur „Gaißalpe“. Trotz schnellstem Eingreifen und intensiven Reanimationsmaßnahmen verstarb der 74-jährige Mann aus dem Ostallgäu an der Unfallstelle vermutlich aufgrund eines Herz-/Kreislaufversagens. Die Bergung der Verstorbenen wurde in mit dem Polizeihubschrauber „Edelweiß“ durchgeführt. Die Sachbearbeitung wurde von der Alpinen Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West übernommen. Zur Klärung ob es sich bei dem Todesfall um ein Herz-Kreislauf Versagen handelte, wurde eine Obduktion angeordnet.
Neben diesen Einsätzen mit Polizeibeteiligung musste die Bergwacht Oberstdorf am Nachmittag mit Hilfe des Retttungshubschraubers „Christoph 17“ eine 73-jährige Wanderin aus dem Allgäu retten die sich bei einem Sturz auf dem selben Weg verletzt hatte. Ebenso musste einer 80-jährigen Urlauberin aus Nordrhein-Westfalen mit Kreislaufproblemen in der Breitachklamm geholfen werden. Am späten Nachmittag mussten abschließend zwei Kletterer im Bereich der „Trettachspitze“ gerettet werden. Ein 44-jähriger und ein 52-jähriger Kletterer aus Hessen waren gemeinsam über den Nordostgrat auf die Trettachspitze geklettert. Aufgrund der zunehmenden Bewölkung standen sie am Gipfel in den Wolken und hatten Probleme bei der Orientierung. Sie versuchten den Abstieg über den Nordwestgrat zu finden, was ihnen aufgrund der schlechten Sicht nicht gelang. Der entscheidende und wegweisende Abseilhaken konnte von ihnen nicht gefunden werden und so entschieden Sie sich wieder zurück zum Gipfel zu klettern und per Handy die Bergwacht zu alarmieren. Mit Unterstützung des Rettungshubschraubers „Christoph 17“ wurde der Einsatzleiter der Bergwacht Oberstdorf Richtung Gipfel geflogen. Glücklicherweise besserten sich die Sichtverhältnisse und so konnte der Pilot vom „Christoph 17“ in mehreren Anflugsversuchen doch direkt an die Kletterer am Gipfel heran kommen. Beide konnten dann im Schwebeflug in den Hubschrauber einsteigen und ins Tal gebracht werden.

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