Null Toleranz gegen Drogen – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verstärkt Kampf gegen Teufelsdroge Crystal

Foto: StMI Bayern

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Null Toleranz gegen Drogen – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verstärkt Kampf gegen Teufelsdroge Crystal: Enger Schulterschluss zwischen Bayerischer Polizei, Bundespolizei, Zoll und tschechischer Polizei – Intensivere Fahndung, engere internationale Zusammenarbeit und mehr Prävention

Unter der Devise ‚Null Toleranz gegen Drogen‘ hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann den Kampf gegen die gefährliche Modedroge ‚Crystal‘ weiter verstärkt. Wie Herrmann heute bei einer Schwerpunktkontrolle im oberfränkischen Selb betonte, könne angesichts der aktuellen Kriminalitätslage noch keine Entwarnung gegeben werden. „Die Teufelsdroge Crystal ist weiter auf dem Vormarsch, in den Grenzgebieten zu Tschechien und zunehmend auch im Landesinneren vor allem in Ballungsräumen“, sagte Herrmann. „Wir haben deshalb die Fahndungs- und Ermittlungsarbeit der Bayerischen Polizei im engen Schulterschluss mit der Bundespolizei, dem Zoll und der tschechischen Polizei weiter intensiviert.“ 

Dabei setzt der bayerische Innenminister vor allem auf eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbarländern: „Nur wenn auch die Hintermänner hinter Schloss und Riegel sitzen, können wir das skrupellose Crystal-Geschäft nachhaltig zerschlagen“, erläuterte Herrmann mit Blick auf die vielen illegalen Drogenlabore in Tschechien. „Hier ist auch Polen gefordert, denn von dort beziehen die tschechischen Drogenproduzenten ihre Grundstoffe.“ Die bayerisch-tschechische Polizei-Zusammenarbeit sei bereits auf einem sehr guten Weg, so Herrmann, „sei es im Gemeinsamen Zentrum Schwandorf-Petrovice, bei gemeinsamen Streifen oder bei Razzien auf den Asiamärkten“.

Laut Herrmann wird derzeit eine bayerisch-tschechische Absichtserklärung vorbereitet, die die Zusammenarbeit beim Kampf gegen Drogen weiter vertieft. Demnächst werde auch der deutsch-tschechische Polizeivertrag neu gefasst. Wie Herrmann betonte, habe sich Bayern aktiv in die vom Bund geführten Verhandlungen eingebracht. „Mit Inkrafttreten des neuen deutsch-tschechischen Polizeivertrags können wir noch effektiver gegen Crystal vorgehen“, so der bayerische Innenminister. „Dann spielt es beispielsweise keine Rolle mehr, ob ein Drogendelikt nach tschechischem Recht lediglich eine Ordnungswidrigkeit darstellt.“

In Bayern baut Herrmann beim Kampf gegen Crystal insbesondere auf die erfolgreiche Arbeit der Schleierfahnder. „Allein 2013 haben sie 19.558 Delikte festgestellt, darunter 3.436 Straftaten mit Rauschgiftbezug.“ Als besonders hilfreich haben sich dafür die mehr als 400 Car-Pads erwiesen, die 2013 für rund 1,8 Millionen Euro neu angeschafft wurden. „Damit haben unsere Beamtinnen und Beamten mobilen Zugriff auf polizeiliche Fahndungssysteme und können beispielsweise Schnellabgleiche von Fingerabdrücken durchführen“, erklärte der Innenminister. Zudem habe das Bayerische Landeskriminalamt zum 1. März 2014 eine ‚Task Force Crystal Bayern‘ eingerichtet, die bayernweit alle Informationen zur Crystal-Kriminalität bündelt und auswertet. „Unser Ziel ist, die Täterstrukturen genauer zu analysieren“, erläuterte Herrmann. „Beispielsweise wollen wir mehr über die Vertriebswege und die Zusammenhänge mit anderen Kriminalitätsformen wissen.“

Deutschland wird derzeit von Crystal sprichwörtlich überschwemmt. Allein in Bayern haben sich die Crystal-Fälle von 2010 auf 2013 mit 2.123 Delikten nahezu verdoppelt (2010: 1.138). Die Menge an sichergestelltem Crystal ist 2013 mit 36,3 Kilogramm mehr als fünfmal so hoch gewesen, als noch 2010. Bei einem Aufgriff am Münchner Flughafen konnten im vergangenen Jahr beispielsweise 19,8 Kilogramm Crystal auf einmal sichergestellt werden. 18 Menschen starben 2013 in Bayern durch Crystalkonsum. Allein bis Ende September 2014 gingen bayernweit rund 2.000 Crystalfälle in die bayerische Kriminalstatistik ein. Zudem wurden 2014 in Bayern bereits rund acht Kilogramm Crystal von Fahndern aus dem Verkehr gezogen.

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