Niedersächsische Agrarministerin glaubt nicht an Glyphosat-Verbot

Hannover (dts Nachrichtenagentur) – Ein Totalverbot des Unkrautvernichters Glyphosat ist nach Ansicht von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) derzeit nicht umsetzbar. „Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt nichts in der Hand, was für ein Verbot spricht. Das hätte vor Gericht keinen Bestand“, sagte die CDU-Politikerin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagsausgabe).

Es fehlten im Moment wissenschaftliche Studien, die eine Gefährdung von Menschen durch das Mittel bei sachgemäßer Anwendung belegten. Otte-Kinast reagierte damit auf die Pläne der Bundesregierung im Koalitionsvertrag, den Glyphosat-Einsatz beenden zu wollen. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte zudem angekündigt, die Privatanwendung des Unkrautgiftes weitgehend untersagen zu wollen. Auch der Einsatz in der Landwirtschaft solle künftig eingeschränkt werden. Otte-Kinast räumte ein, es habe in der Vergangenheit durchaus Fehlentwicklungen beim Einsatz des umstrittenen Mittels in der Landwirtschaft gegeben. „Wir müssen die Probleme offen und ehrlich angehen“, sagte sie. Ein reduzierter Einsatz sei möglich, es gehe dabei auch um gesellschaftliche Akzeptanz. Otte-Kinast appellierte zudem an Landwirte, sich in den kommenden fünf Jahren Gedanken über alternative Methoden zur Unkrautbekämpfung zu machen. So lange gilt die derzeitige Zulassung des Unkrautvernichters.

Bauer auf Traktor, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bauer auf Traktor, über dts Nachrichtenagentur