Nida-Rümelin kämpft gegen "Akademisierungswahn"

Studenten in einer Bibliothek, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Studenten in einer Bibliothek, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – In Deutschland wird nach Ansicht des Münchner Philosophieprofessors Julian Nida-Rümelin zu wenig für berufliche Bildung mit dem dualen System geworben. „Mit immer mehr Akademikern würde dieses erfolgreiche Modell beerdigt, einen Rückgang auf 30 Prozent eines Jahrgangs würde es nicht überleben“, sagte der ehemalige Kulturstaatsminister dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Es bestehe „die Gefahr, dass nur noch jene eine Berufsausbildung starten, die anderswo gescheitert sind“.

Nida-Rümelin warnte, dass es Deutschland bald wie Frankreich und Großbritannien gehen könne. Dort sind die Akademikerquoten hoch und die Jugendarbeitslosigkeit auch. Zuerst müsse sich die Wertung von Berufen ändern, schließlich sei ein „studierter Philosoph nichts Besseres als ein Schneidermeister.“ Nida-Rümelins Buch „Akademisierungswahn“ wird in Frankfurt auf der Buchmesse vorgestellt.

Über dts Nachrichtenagentur

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