Neu-Ulm – Pilotlehrgang „Modulare Truppausbildung“ startet

Lkrs. Neu-Ulm/Senden + 09.07.2013 + 13-1248

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„Die Feuerwehren im Landkreis Neu-Ulm haben einen der einsatzreichsten Landkreise zu schützen, der zudem einen der größten Verdichtungsräume in Bayern darstellt !“ Damit, so Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt, wachse für die Feuerwehrleute die Notwendigkeit, sich ständig aus- und weiterzubilden. Nach seinen Worten war die Ausbildung im Landkreis Neu-Ulm zwar immer schon im bayernweiten Vergleich äußerst umfangreich und auf hohem Niveau, aber nun ergab sich die Gelegenheit zur Neuorientierung im Rahmen eines Modellprojektes. Die bisherige Grundausbildung der Nachwuchskräfte war gegliedert in die Abschnitte „Truppmann 1 und 2“ sowie „Truppführer“. In einem für Bayern erstmaligen Pilotlehrgang wird nun ein neues Konzept erprobt.

09-07-2013 neu-ulm pilotlehrgang modulare-truppausbildung wis new-facts-eu Die „Modulare Truppausbildung“ wurde gemeinsam vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, dem Landesfeuerwehrverband und den Staatlichen Feuerwehrschulen entwickelt und nun startete das Modell im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Senden. Vierzehn Teilnehmer absolvieren im Laufe des Monats Juli an neun Abenden und drei Samstagen rund 110 Unterrichtseinheiten, die alles beinhalten, was heute im Feuerwehrdienst als Grundwissen und -können erforderlich ist. Nach diesem „Basismodul“ folgen zwei Jahre Ausbildungs-, Übungs- und Einsatzdienst in den einzelnen Feuerwehren mit weiteren 40 bis 50 Unterrichtseinheiten. Je nach Ausstattung und Aufgabenbereich der Feuerwehr, in welcher der Dienst geleistet wird, schließen sich danach „Ergänzungsmodule“ an, die sich speziell daran orientieren, was am jeweiligen Standort im Einsatzdienst verlangt wird. Dazu gehört dann auch beispielsweise die Ausbildung für Situationen, in denen Nachbarwehren mit speziellem Gerät der eigenen Wehr unterstützt werden. Nach dieser umfangreichen dreiteiligen Ausbildung, die sich somit über mehr als zwei Jahre erstreckt, folgt eine Prüfung, deren Bestehen Voraussetzung für alle weiteren Fortbildungen wie zum Gruppenführer oder andere höhere Aufgaben erforderlich ist. In seinem Grußwort vor den ersten vierzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die größtenteils aus den Feuerwehren der Stadt Senden und ihrer Stadtteile kommen, betonte Kreisbrandrat Dr. Schmidt die Notwendigkeit der Neuorientierung des Ausbildungswesens angesichts der ständig wachsenden Anforderungen, die heute im Einsatzdienst auftauchen. Nur ein Beispiel: Beim Brand in einer Wohnung mit modernen isolierverglasten Fenstern entwickeln sich heute wesentlich höhere Temperaturen, ohne dass die Scheiben bersten. Wenn hier nicht mit entsprechender Vorsicht oder beispielsweise ohne Temperatur-Fernmessung vorgegangen wird, sind die Einsatzkräfte stark gefährdet, wenn sie die Türe öffnen und der hinzu tretende Sauerstoff den Schwelbrand zur Durchzündung bringt. Der Kreisbrandrat rief sowohl Teilnehmer als auch Ausbilder des Pilotlehrganges dazu auf, ihre Erfahrungen nach jedem Lehrgangstag festzuhalten und zu melden, damit diese bis zur für das Jahr 2014 geplanten bayernweiten Einführung der „Modularen Truppausbildung“ mit in die Lehrpläne eingearbeitet werden können. Abschließend dankte er sowohl den jungen Feuerwehrleuten für ihre Bereitschaft, sich in ihrer Freizeit der neuartigen Ausbildung zu unterziehen, als auch dem Team der Ausbilder, aus deren Reihen Peter Amann von der Feuerwehr Senden anschließend den ersten Unterrichtsabend leitete.

 

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