Neu-Ulm – Gebraucht Palettenankauf aufgeflogen – 1,7 Mio. Euro Schwarzumsatz

Dass eine Anzeige wegen gebrauchten Paletten sich zu einem großen Ermittlungsverfahren entwickeln kann, mussten zwei Männer feststellen, die jetzt vor dem Haftrichter standen.

Europaletten Gitterboxen Bereits im Sommer 2014 hatte eine Firma bei der Polizei in Krumbach, Lkrs. Günzburg, Anzeige erstattet, da der Verdacht bestand, dass einer ihrer Fahrer gebrauchte Euro Paletten unterschlagen habe. Die Nachforschungen der Kollegen führten schließlich zu einer Firma im Landkreis Neu-Ulm, die damals seit über einem Jahr im An- und Verkauf von Paletten und Gitterboxen tätig war. Im Verlauf der nächsten Monate wurde durch die Kripo Neu-Ulm, die zwischenzeitlich in das Ermittlungsverfahren eingestiegen war, ermittelt, dass durch den Betriebsleiter und den Geschäftsführer bewusst gebrauchte Paletten bzw. Gitterboxen angekauft wurden, die zuvor von den anliefernden Lkw- Fahrern unterschlagen worden waren. Die Lkw-Fahrer erhielten dabei rund die Hälfte des Wertes den eine entsprechende Palette normalerweise im Ankauf erbringt. Aufgrund des Verdachts der gewerbsmäßigen Hehlerei erließ das Amtsgericht Memmingen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnungen der beiden Tatverdächtigen, sowie für das Firmengebäude. Im Rahmen der Durchsuchung am Dienstag, 10.02.2015, wurden die beiden 34- und 38-Jahre alten Männer festgenommen und im Anschluss dem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an. Dem Geschäftsführer war es gelungen mit dem An- und Verkauf der unterschlagenen Paletten ein monatliches Einkommen von rund 10.000 Euro zu erzielen. Wegen des zudem unzureichend versteuerten Gesamtumsatzes von 1,7 Millionen Euro in acht Monaten wurden die Finanzbehörden eingeschaltet. Den ermittelnden Kriminalbeamten gelang es darüber hinaus seit Spätherbst 2014 fast 140 derartiger Anlieferungen durch Fahrer der unterschiedlichsten Speditionen zu erheben. Da hierbei auch die Kennzeichen der Fahrzeuge dokumentiert wurden, folgen jetzt weitere Ermittlungsverfahren der Kripo Neu-Ulm gegen die jeweiligen Fahrer, welche zum Nachteil ihrer Speditionen die Paletten unterschlagen haben.

Die betroffenen Firmen, in erster Linie Speditionen, werden in den nächsten Tagen von der Kripo Neu-Ulm schriftlich in dieser Sache kontaktiert.