Neu-Ulm – Aids ist weiterhin lebensbedrohlich

Neu-Ulm | 29.11.2011 | 11-1526

Öffentlicher Gesundheitsdienst informiert am 1. Dezember
über die Immunschwäche-Krankheit

Unter dem Motto „Positiv zusammen leben. Aber sicher!“ steht in diesem Jahr die Kampagne zum Welt-Aids-Tag, der am 1. Dezember begangen wird. Diplom-Sozialpädagogin Melanie Guse vom Öffentlichen Gesundheitsdienst des Landratsamtes Neu-Ulm informiert an diesem Donnerstag Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule in Senden über die Immunschwäche-Krankheit und deren Vorbeugung. Am Landratsamt wird am 30. November eine Fahne gehisst, welche die rote Schleife, das Symbol der Solidarität mit HIV-Betroffenen, zeigt. Bis 8. Dezember kann im Foyer des Landratsamtes zudem die Ausstellung „Kinder und Aids“  besichtigt werden.

Seit 23 Jahren wird am 1. Dezember der Welt-Aids-Tag began-gen. An diesem Tag finden weltweit Aktionen statt, die darauf aufmerksam machen sollen, dass Aids immer noch eine tödlich verlaufende Krankheit ist und sich nach wie vor Menschen mit dem HI-Virus infizieren.

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) leben in Deutsch-land gegenwärtig etwa 73.000 Menschen mit HIV/AIDS, davon knapp 10.000 in Bayern. Diese Werte steigen seit Mitte der 1990er-Jahre an, da die Zahl der Neuinfektionen jeweils höher ist als die Zahl der Todesfälle. Für das Jahr 2011 werden in Deutschland 2700 Neuinfektionen mit dem HI-Virus und 500 Todesfälle durch Aids geschätzt. Der höchste Wert für HIV-Neuinfektionen lag im Jahr 2006 bei rund 3400 Ansteckungen, seither ist der Trend fallend. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung führt dies auf ihre kontinuierliche Präventionsarbeit zurück.

Hauptübertragungsweg für das HI-Virus ist der Geschlechtsverkehr. Das wissen die Menschen in Deutschland inzwischen. Ent-sprechend hat sich nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung das Verhütungsverhalten der Bevölkerung seit Beginn der Aids-Aufklärung Ende der 1980er-Jahre („Gib Aids keine Chance!“) kontinuierlich verbessert und erreicht heute Bestwerte. Wie aus der aktuellen repräsentativen Umfrage „Aids im öffentlichen Bewusstsein“ hervorgeht, haben noch nie so viele Menschen in Deutschland „Safer Sex“ praktiziert wie heute. 87 Prozent der 16- bis 44-Jährigen benutzen zu Beginn einer neuen Partnerschaft Kondome. Mitte der 90er-Jahre waren es erst 65 Prozent.

Es besteht aber dennoch kein Grund zur Entwarnung, denn immer noch stecken sich jährlich tausende Menschen in Deutschland und Millionen auf der ganzen Welt mit dem HI-Virus an.  Dabei „ist eine HIV-Infektion zwar mittlerweile mit Medikamenten meist gut behandelbar; sie ist aber nach wie vor nicht heilbar“, betont Melanie Guse vom Öffentlichen Gesundheitsdienst des Landkreises Neu-Ulm. „Aids ist deshalb unverändert lebensbedrohlich!“ Deshalb, so Guse, „ist Aufklärung weiterhin wichtig und richtig“.

INFO:
Der Öffentliche Gesundheitsdienst des Landratsamtes bietet  al-len Landkreisbürgern einen HIV-Test und Aids-Beratung an. Der Test ist kostenlos und anonym. Die Öffnungszeiten sind: diens-tags von 7.30 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 7.30 bis 17.30 Uhr sowie montags, mittwochs und freitags nach telefonischer Absprache unter 0731/7040-701.

Ansprechpartnerin:
Melanie Guse
Öffentlicher Gesundheitsdienst
Tel.: 0731/7040-721
E-Mail: melanie.guse@lra.neu-ulm

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