Neu-Ulm – 18 Verletzte bei Salzsäure-Unfall auf Betriebsgelände – Großeinsatz für Rettungskräfte

NU Gefguteinsatz

Foto: Zwiebler

Ein Großeinsatz für Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei im Neu-Ulmer Industriegebiet, im Stadtteil Offenhausen. Bei einem Verladevorgang traten mehrere hundert Liter Salzsäure aus.

Kurz vor neun Uhr wurde die Integrierte Leitstelle Donau-Iller über den Austritt einer großen Menge Salzsäure gemeldet, weshalb eine Vielzahl von Einsatzkräften alarmiert wurde.
Beim Verladevorgang eines sogenannten IBC-Containers geriet nach bisherigem Kenntnisstand der Fahrer eines Gabelstaplers derart unglücklich an das Kunststoffbehältnis, dass rund 900 Liter einer 37-% Salzsäurelösung heraus traten. Der Fahrer musste im Nachgang wegen Atemwegsreizungen stationär im Klinikum aufgenommen werden.

Über 150 Personen mussten den Gebäudekomplex verlassen und wurden vom Rettungsdienst untersucht und betreut. Hierzu wurden vor Ort Zelte durch Schnelleinsatzgruppen aufgebaut. Bei 13 der untersuchten Personen wurden leichte Atemwegsreizungen festgestellt, sie mussten aber nicht stationär in Behandlung. Ebenfalls mussten zwei Feuerwehreinsatzkräfte ambulant behandelt werden. Zusätzlich mussten zwei Atemschutzgeräteträger mit Kreislaufproblemen stationär ins Klinikum gebracht werden.

Die Feuerwehren Neu-Ulm, Weißenhorn und Ulm waren unter Anwendung von Atemschutz vor Ort. Es gelang ihnen die ausgetretene Säure abzubinden und Kanalschächte abzudichten. Daneben wurde ein Sprühstrahl vorbereitet. Mit diesem hätten aufkeimende Dämpfe niedergeschlagen werden können. Zum Einsatz musste er aber nicht kommen, da keine Dämpfe großflächig auftraten. Dies bestätigten entsprechende Messungen.

Durch Beamte der Polizeiinspektion Neu-Ulm und der Operativen Ergänzungsdienste Neu-Ulm musste für die Dauer des Einsatzes die Ernst-Abbe-Straße gesperrt werden. Auch um den Gebäudekomplex führende Feldwege waren davon betroffen. Der Gefahrguttrupp des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West befand sich ebenfalls vor Ort und wird die Ursachenermittlung leiten.

Insgesamt waren über 150 Einsatzkräfte vor Ort. Eine Gefahr für Personen in umliegenden Industriegebäuden bestand nicht.

 

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