Nahles warnt vor Konfrontation in Metall-Tarifrunde

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Zu Beginn der wichtigen Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie hat SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles die Arbeitgeber und die IG Metall vor einer Konfrontation gewarnt: „Wenn Arbeitszeitfragen nicht im Konsens in Tarifverhandlungen gelöst werden, löst man gar nichts. Dann gibt es Stillstand“, sagte Nahles den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstag). Arbeitszeit sei ein sehr emotionales Thema.

„Die Arbeitgeber wollen offenbar ihre Spielräume vergrößern, nur weil die FDP wieder in die Regierung kommen könnte. Das Ergebnis wird nicht produktiv und nicht positiv sein“, mahnte die ehemalige Bundesarbeitsministerin. Inhaltlich unterstützte Nahles die Forderung der IG Metall: „Arbeitnehmer sollten die Arbeitszeit bei guten Gründen für eine befristete Zeit reduzieren können.“ Viele Arbeitnehmer müssten und wollten sich um Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern. Es gebe aber auch Phasen, in denen Beschäftigte mehr arbeiten wollen und können. „Wenn Beschäftigte mehr Zeitsouveränität haben, ist das im Interesse von allen“, sagte die SPD-Politikerin. Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um den Acht-Stunden-Tag und die Wochenarbeitszeit verwies Nahles auf das geltende Arbeitszeitgesetz: „Das Arbeitszeitgesetz von 1994 ist sehr flexibel.“ Zehn oder auch zwölf Stunden am Tag seien schon heute möglich. Sie warnte: „Wer am Arbeitszeitgesetz rüttelt und den Acht-Stunden-Tag grundsätzlich infrage stellt, hat eigentlich anderes im Sinn: Denen geht es darum, Arbeitnehmerrechte zu beschneiden.“ Heute starten in Nordrhein-Westfalen die Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Gestern hatte es bereits in mehreren anderen Tarifbezirken Verhandlungen gegeben. Die IG Metall fordert neben einer Lohnerhöhung die Möglichkeit, die Arbeit auf 28 Wochenstunden zu verkürzen. Die Arbeitgeber verlangen dagegen, dass die Beschäftigten auch länger als 35 Stunden arbeiten können.

Andrea Nahles, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Andrea Nahles, über dts Nachrichtenagentur