Nahles: Lage für berufstätige Eltern "alles andere als entspannt"

Mutter mit Kleinkind und Kinderwagen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Mutter mit Kleinkind und Kinderwagen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hält die Lage für berufstätige Eltern für „alles andere als entspannt“. „Da müssen wir noch viel tun“, sagte Nahles der „Welt am Sonntag“. Sie selbst spreche öffentlich auch deshalb über ihre eigenen Versuche, Familie und Beruf zu vereinbaren, weil „es keine private, sondern eine politische Frage ist“.

Nahles legt regelmäßig „Bonn-Tage“ ein, um sich um ihre dreijährige Tochter kümmern zu können, schreibt die „Welt am Sonntag“. Trotz aller gesellschaftlichen Fortschritte bei dem Thema spüre sie gerade bei älteren Menschen „immer wieder so etwas zwischen Ungläubigkeit, Skepsis und Bewunderung“. Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), Mutter eines siebenjährigen Sohnes, versucht, mindestens einen Nachmittag in der Woche für die Familie freizuhalten. Mit ihren „Sohn-Tagen“ klappe es gut, sagte die Ministerin der „Welt am Sonntag“: „Wenn es wegen besonderer Termine, wie zum Beispiel der Europawahl, nicht geht, dann gibt es einen Ausgleichstag.“ Ihr ihr Mann fülle die Lücke, die sie durch ihre häufige Abwesenheit bei der hinterlässt. Er arbeite in Teilzeit 35 Stunden und einen Teil davon von zu Hause. Ihr sei von Anfang an bewusst, „dass es ein großer Spagat“ sei, sagte Schwesig über Ministeramt und Mutterschaft: „Ich musste schon in meinen vorherigen Jobs als Landesministerin und stellvertretende Parteivorsitzende Beruf und Familie unter einen Hut bringen.“ Als Ministerin hat sie sich vorgenommen, dass Modell der berufstätigen Mutter attraktiver zu machen: „Mehr als die Hälfte der Familien in Deutschland wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte Schwesig und weist die Kritik, sie propagiere ein einseitiges Familienbild, zurück: „Das schließt andere Modelle nicht aus.“

Über dts Nachrichtenagentur

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