Nach Gewinnwarnung: Roland Koch tritt bei Bilfinger zurück

Mannheim – Roland Koch, Vorstandsvorsitzender von Bilfinger und ehemaliger Ministerpräsident Hessens, hat dem Aufsichtsrat des Dienstleistungs- und Baukonzern angeboten, zu einer einvernehmlichen Trennung zu kommen. Durch zwei kurz aufeinanderfolgende Gewinnwarnungen, für die er als Vorstandsvorsitzender einstehe, sei Vertrauen erschüttert worden. „Ich hoffe, mit meinem Angebot eine schnelle Normalisierung herbeiführen zu können“, so Koch am Montag.

Er habe feststellen müssen, dass wesentliche Teile des Aufsichtsrats und er bei der Beurteilung der unmittelbaren nächsten notwendigen Maßnahmen „nicht ausreichend übereinstimmen“. Interimsnachfolger soll Herbert Bodner werden. Zuvor hatte der Vorstand von Bilfinger entschieden, die erst am 30. Juni veröffentlichte Prognose für das Geschäftsjahr 2014 erneut zu senken. Bei einer erwarteten Leistung von rund 7,8 Milliarden Euro geht das Unternehmen beim bereinigten EBITA jetzt von einer um 40 Millionen Euro reduzierten Größenordnung von 340 bis 360 Millionen Euro aus. Entsprechend wird nunmehr ein um 25 Millionen Euro reduziertes bereinigtes Konzernergebnis zwischen 205 und 220 Millionen Euro erwartet, so das Unternehmen. „Die Anpassung der zuletzt veröffentlichten Ergebnisprognose trägt insbesondere der nochmals reduzierten Ergebniserwartung im Geschäftsfeld Power Rechnung. Diese resultiert unter anderem aus einem erst jetzt bekannt gewordenen Projektverlust in Südafrika. Für das Geschäftsfeld Power geht der Vorstand nunmehr in diesem Jahr von einer EBITA-Marge zwischen 4 und 5 Prozent aus“, hieß es in der Mitteilung vom Montagabend.

Über dts Nachrichtenagentur

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