Mundt weist Kritik an Bundeskartellamt als interessengeleitet zurück

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundeskartellamtschef Andreas Mundt hat die zuletzt aufgekommene Kritik an seiner Behörde scharf zurückgewiesen. Es gebe „viel interessensgeleitete Kritik, die zum Teil grob ungerechtfertigt ist“, sagte Mundt in einem Interview der „Welt am Sonntag“ (Erscheinungstag: 12.7.). So habe sich viel Kritik am Bundeskartellamt durch die untersagte Übernahme von Kaiser`s-Tengelmann durch Edeka entzündet.

Mundt sieht dabei kritisch, wie der Fall in der Öffentlichkeit gespielt wurde. „Da wurde schon zu einem Zeitpunkt, als wir noch nicht einmal eine Anmeldung auf dem Tisch hatten, bereits ein beeindruckendes PR-Feuerwerk abgebrannt“, monierte Mundt. Als rechtsanwendende Behörde „können wir da oft nicht so gegenhalten, wie wir es vielleicht gern würden“, sagte der Kartellamtschef. Die zuletzt verhängten Rekordbußen des Bundeskartellamts sieht Mundt nicht als Beleg für eine verkommene Wirtschaftselite. „Mehr Verfahren bedeuten nicht automatisch, dass es auch mehr Kartelle gibt“, sagte Mundt. Er sehe eher „ein ernsthaftes Bemühen der Unternehmen, Preisabsprachen zu vermeiden“. Es gebe vermehrt sehr ernsthafte Compliance-Regeln. Klagen von Verbandsvertretern, sie hätten Angst sich zu treffen, weil das nach Kartellbildung riechen könnte, wies Mundt als „grob überzeichnet“ zurück. Es „gibt Grenzen, die die Unternehmen kennen. Und die Kartelle, die sich hinter Verbänden verbargen, waren glasklare Hardcore-Kartelle. Da kann mir niemand erzählen, dass das normale Verbandsarbeit gewesen sein soll“, sagte Mundt.