Motorradkontrollgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West nimmt Arbeit auf

Foto: Polizei

Am Mittwoch, 31.07.2018, von 10.00 bis 14.00 Uhr, führte die seit dem 01.06.2018 neu etablierte Kontrollgruppe Motorrad des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West eine Motorradkontrolle auf der B308 durch, in dessen Zuge sie den Medien und damit der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Gruppe besteht aus einem Stamm von vier Beamten und kann auf weitere acht Beamte einer Aufrufgruppe zurückgreifen. Sie wird im gesamten Schutzbereich des PP SWS eingesetzt.

Die Beamten sind alle selbst Motorradfahrer, haben tiefgehende Fachkenntnisse in diesem Bereich und können auf spezielle Ausrüstung wie eine Endoskop-Kamera, Winkelmesser und Schallpegel-Messgeräte zurückgreifen.

Unfälle mit Motorradbeteiligung erstrecken sich auf den gesamten Präsidiumsbereich. Insbesondere die für den Ausflugsverkehr sehr interessanten Passstraßen im südlichen Dienstbereich, sowie die Queralpenstraße verzeichnen einen sehr intensiven Zweiradverkehr. Im Oberallgäu ist eine insgesamt erhöhte Quote von Unfällen, bei denen jeweils die Motorradfahrer die Hauptunfallursache gesetzt haben, feststellbar. Dennoch können keine lokal eng begrenzten Unfallschwerpunkte festgestellt werden.

Motorradfahrer bilden eine der Hauptrisikogruppen für Verkehrsunfälle. Unter diesen bilden die sogenannten „High-Risk-Biker“ eine Gruppe, von der ein besonders hohes Unfallrisiko ausgeht. Diese Biker-Szene zeichnet sich durch eine hohe Risikobereitschaft, geringe Normenakzeptanz und eine Verkennung der Gefahren für sich und andere Verkehrsteilnehmer aus. Insbesondere bei dieser Gruppe sind unerlaubte technische Veränderungen zur Leistungssteigerung und der nachteiligen Veränderung von Abgas- und Geräuschverhalten festzustellen. Insbesondere Spezialisten der Motorradkontrollgruppen können solche Veränderungen feststellen, beweiskräftig festhalten und zur Anzeige bringen. Ein Großteil der Motorradfahrer hält sich an die bestehenden Verkehrsregeln. Jedoch muss festgestellt werden, dass bei Motorradunfällen mit tödlichem Ausgang bayernweit in zwei Dritteln der Fälle die Motorradfahrer die Hauptunfallursache setzen. Diese bedenkliche Quote findet sich auch in den Zahlen des hiesigen Präsidiums.

Natürlich sind nicht nur die Verkehrsüberwachung oder die „High Risk Biker“ ein Thema. Auch das Gespräch mit den „normalen“ Ausflugs- oder Feierabendbikern ist eine der Aufgaben. Im Zuge solcher Gespräche wird bezüglich Themen wie Fahrzeugbeherrschung oder der richtigen Kleidung sensibilisiert. Zudem werden Veranstaltungen mit Motorradhintergrund, wie Motorradsegnungen oder Sternfahrten betreut. Bei diesen stehen die Beamten auch als Ansprechpartner oder Berater zur Verfügung. Primär geht es dem PP SWS um eine Verbesserung der Sicherheit für die Motorradfahrer. „Bei aller Freude, die uns das Motorradfahren bereitet, darf die eigene Sicherheit, aber auch die der anderen Verkehrsteilnehmer, nicht in den Hintergrund treten. Wegen der fehlenden Knautschzone können schon kleine Fahrfehler fatale Folgen haben.“ so Polizeivizepräsident Limmer, selbst begeisterter Motorradfahrer.

Bei den 53 am Dienstag kontrollierten Motorrädern, wurden neben abgefahrenen Reifen und falsch angebrachten Kennzeichen auch u.a. unzulässige Kupplungsdeckel festgestellt. Es wurden mehrere Fahrer wegen Erlöschens der Betriebserlaubnis angezeigt. Bei einem Motorrad aus Frankreich und einem aus Augsburg musste die Weiterfahrt wegen erheblicher technischer Mängel unterbunden werden. Zur Kontrolle waren durch das PP SWS Medienvertreter eingeladen worden, um die Arbeit der Kontrollgruppe vorzustellen.