Modehersteller Gerry Weber peilt Milliardenumsatz an

Berlin – Der ostwestfälische Modehersteller Gerry Weber will beim Umsatz schon zeitnah die Milliardengrenze knacken. „Das will und werde ich in den nächsten Jahren noch erleben. Wahrscheinlich sogar relativ schnell“, sagte Vorstandschef Gerhard Weber der „Welt am Sonntag“.

Gerry Weber sei seit Jahren auf Wachstumskurs und er sehe keinen Grund, warum sich daran etwas ändern sollte. „Zum einen haben wir in Deutschland noch Potenzial, zum anderen gibt es etliche Auslandsmärkte, die wir noch aus- und aufbauen können. Darüber hinaus sind Zukäufe jederzeit möglich“, sagte Weber, der zum 1. November vom Vorstand in den Aufsichtsrat wechselt. Im Geschäftsjahr 2012/2013 kam Gerry Weber auf einen Umsatz von rund 852 Millionen Euro. Das notwendige Wachstum zum Überspringen der Milliardengrenze sollen unter anderem neue Läden bringen. „30 bis 50 neue Stores mit der Marke Gerry Weber können wir in Deutschland noch eröffnen“, sagte Firmengründer Weber. Und Gerry Weber sei für das Unternehmen längst nicht alles. „Wir haben auch noch die beiden Marken Taifun und Samoon. Und für die gibt es noch Potenzial für locker 200 bis 300 Stores.“ Potenzial sieht Weber zudem im Auslandsgeschäft. „Aktuell wollen wir in Nordamerika Fuß fassen.“ Natürlich warte der US-Markt nicht auf Gerry Weber, das sei ihm bewusst. „Trotzdem rechne ich mir gerade in den USA viel aus. Wir fertigen Mode in den Größen 34 bis 48, mit unserer Marke Samoon gehen wir sogar bis Größe 54. Die meisten Konkurrenten aber hören bei Größe 44 auf. Das könnte von Vorteil für uns sein.“ Neben den USA und Kanada steht bei Gerry Weber auch Expansion nach Südamerika auf der Agenda. Zudem wachse sein Unternehmen auch in Europa, aktuell vor allem in Skandinavien sowie in Frankreich und Italien. „Mittelfristig soll der Auslandsanteil von derzeit 40 Prozent auf 50 Prozent steigen“, sagte Weber. Denkbar seien zudem auch Übernahmen. „Uns werden derzeit nahezu jede Woche Firmen angeboten. Einige davon schauen wir uns auch an, aus dem Ausland zum Beispiel oder aus dem Männerbereich, in dem wir ja noch gar nicht vertreten sind“, sagte Weber. Für eine Übernahme müsse aber alles passen: vom Produkt über die Firmenstruktur bis hin zum Preis. Und gerade beim Geld gingen die Vorstellungen oft weit auseinander. „Da werden zum Teil irrwitzige Summen verlangt. Da machen wir natürlich nicht mit. Wir jagen keinen Phantasien hinterher.“

Über dts Nachrichtenagentur

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