Modedesigner Wolfgang Joop empfindet Kreativität als beherrschend

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Berlin – Der Modedesigner Wolfgang Joop empfindet Kreativität als beherrschend: „Man ist nicht Herr über seine Ideen – die Ideen sind Herr über einen selbst“, schreibt Joop in einem Beitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“. „Kreativität verschlingt einen, weil sie alle Aufmerksamkeit einfordert.“ Kreativität sei aber auch „unzuverlässig“.

Die Mode habe feste Termine, „aber die Kreativität hält sich nicht daran“, so Joop. Drogen seien keine Hilfe, monotone Tätigkeiten dagegen sehr wohl: „Gemüse schneiden, Spaghetti kochen. Wenn man Glück hat, kommt Fortuna vorbei und reicht das Streichholz, mit dem man den eigenen Docht anzünden kann.“ Als Kind habe ihn seine Kreativität beschützt: „Sie hat mich abgeschirmt von dem was andere von mir wollten“, so Joop. In der Schule habe er unter dem Tisch nackte Frauen gezeichnet und die Bilder an Klassenkameraden verkauft: „Später merkte ich, dass ich auch angezogene Frauen sehr gut zeichnen konnte. Das war der Beginn meiner Karriere.“ Mit Entschleunigung könne er, obwohl er danach öfter gefragt würde, nichts anfangen: „Ich will mich aber nicht entschleunigen“, so der Designer. Das „gute Leben“ sei langweilig. „Meine Kreativität unterhält mich, sie holt mich morgens aus dem Bett.“

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