Missbrauchsvorwurf: Gewerkschaft der Polizei will "rückhaltlose Aufklärung"

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Berlin – Nach Berichten über die mögliche Misshandlung von Flüchtlingen durch einen Beamten der Bundespolizei in Hannover hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine „rückhaltlose Aufklärung“ der Vorwürfe gefordert. „Sollten sich die Vorwürfe am Ende des Ermittlungsverfahrens als zutreffend erweisen, so hat dieser Beamte in unserer auf rechtsstaatlichen Prinzipien fußenden Polizei nichts mehr zu suchen“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow am Montag. Es sei wichtig, dass aus dem Vorfall „umfassende Konsequenzen“ gezogen werden.

„Auch ein in diesem Ausmaß erschreckender Einzelfall darf die polizeiliche Arbeit und ihren Umgang mit Menschen in ihrem Gewahrsam nicht grundsätzlich in Frage stellen“, betonte Malchow. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den verdächtigten Beamten. Es geht um den Vorwurf der Körperverletzung im Amt und der Nötigung. Nach gemeinsamen Recherchen des NDR-Fernsehmagazins „Hallo Niedersachsen“ und des Radiosenders „NDR Info“ soll es im vergangenen Jahr mehrfach zu Übergriffen auf Menschen in den Gewahrsamszellen gekommen sein. Das Bundesinnenministerium sagte den Ermittlern Unterstützung zu. „Die im Raum und in Rede stehenden Vorwürfe sind natürlich gravierend“, erklärte ein Sprecher am Montag. „Insofern haben wir ein großes Interesse daran, dass sie schnell aufgeklärt werden.“

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