Ministerpräsident des Kosovo will weiterhin Präsenz der Bundeswehr

Berlin – Am Rande der Westbalkan-Konferenz in Berlin hat sich der Ministerpräsident des Kosovo, Hashim Thaci, für eine unbefristete Präsenz der Bundeswehr in seinem Land ausgesprochen. „Wir wünschen uns, dass die Bundeswehr so lange wie möglich bleibt“, sagte Thaci der „Welt“. Insbesondere der Norden des Kosovo sei noch „in einer Phase der Stabilisierung, deshalb ist die Nato derzeit noch unersetzbar.“

Er sei sehr dankbar für die Arbeit des Bündnisses, ergänzte der Premier: „Gerade die Bundeswehr ist sehr populär bei uns.“ Die Bundeswehr stellt derzeit noch rund 700 der insgesamt knapp 5.000 Soldaten zählenden „Kosovo Force“ (KFOR) in dem Land. Thaci äußerte sich auch zur Debatte über Armutseinwanderung in Deutschland. Er wisse um das Problem der Asylanträge aus wirtschaftlichen Gründen, die von Roma auch aus dem Kosovo in Deutschland gestellt würden, sagte der Regierungschef: „Wir arbeiten eng mit dem deutschen Innenministerium zusammen, und wir werden unsere Aufgaben erfüllen.“ So habe seine Regierung Programme geschaffen, die den Aufbau von Häusern und Siedlungen für die Roma vorsehen. „Sie sollen in Sicherheit leben und sich wie jeder andere Bürger am politischen Leben beteiligen können“, sagte Thaci. Er betonte, dass sein Land Minderheiten wie die Roma schütze: „Im Kosovo haben alle Bürger die gleichen Rechte, Minderheiten sind geschützt.“ Thaci zählt zu den Staats- und Regierungschefs aus den sieben Nachfolgestaaten Jugoslawiens sowie aus Albanien, die auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Berlin zu einer Konferenz zusammen kamen.

Über dts Nachrichtenagentur

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