Mindestlohn-Bilanz: Minijobs schwinden, feste Stellen entstehen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bislang hat der Mindestlohn offenbar keine negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung in Deutschland: Zwar sank mit der Einführung der gesetzlichen Lohnuntergrenze vor einem Jahr die Zahl der Beschäftigten, die ausschließlich Minijobs hatten, saisonbereinigt um 95.000, doch rund 50 Prozent ihrer Billigjobs wurden in feste sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewandelt. Zu diesem Ergebnis kommt der erste sogenannte „Arbeitsmarktspiegel“, den das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Auftrag der Bundesregierung erstellt hat, um die Auswirkungen des Mindestlohns zu untersuchen, berichtet der „Spiegel“. Derzeit gibt es rund fünf Millionen Menschen, die ausschließlich in Minijobs arbeiten.

Am stärksten sei die Zahl der Minijobs in Regionen und Branchen mit niedrigem Durchschnittslohn zurückgegangen. Zugleich seien dort überdurchschnittlich viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse entstanden. Insgesamt habe die Arbeitslosigkeit nicht zugegangen. Anders als es Kritiker gesetzlicher Lohnuntergrenzen zuvor befürchtet hatten, kam es dem IAB zufolge weder zu einem massiven Jobverlust – auch nicht im Osten des Landes – noch zu einer Benachteiligung einzelner Gruppen. Im Sommer 2016 wird das Institut einen neuen Bericht auf Grundlage einer noch größeren Datenbasis vorlegen.

Bundesagentur für Arbeit, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bundesagentur für Arbeit, über dts Nachrichtenagentur