Mindestens 75 Tote bei israelischer Luftoffensive im Gazastreifen

Gaza – Die Zahl der bei der israelischen Luftoffensive im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist auf mindestens 75 gestiegen. Das berichtet der palästinensische Rundfunk am Donnerstag. Angaben eines Sprechers der israelischen Armee zufolge sind in Vorbereitung einer möglichen Bodenoffensive im Gazastreifen 20.000 Reservisten eingezogen worden.

Damit sei das von der israelischen Regierung gebilligte Mobilisierungskontingent zur Hälfte ausgeschöpft. Eine Bodenoffensive im Gazastreifen sei allerdings die „letzte Option“, so der Sprecher weiter. Die radikal-islamische Hamas setzte derweil ihre Raketenangriffe auf israelische Städte fort: Am Donnerstagmorgen seien fünf Raketen, die auf die Stadt Tel Aviv abgefeuert wurden, in der Luft abgefangen worden, berichtet das israelische Fernsehen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte Israel angesichts der Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen „Völkermord“ vorgeworfen. Israel töte ganze Familien, so Abbas im Anschluss an ein Krisentreffen der palästinensischen Führung in Ramallah am Mittwoch. Dies sei ein „Genozid“ an der palästinensischen Bevölkerung. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte seinerseits, die Angriffe würden solange fortgesetzt, bis keine Raketen mehr auf Israel abgefeuert werden. Hintergrund der neuen Spannungen in der Region ist die Entführung und die Ermordung von drei israelischen Jugendlichen sowie der mutmaßliche Rachemord an einem 16-jährigen Palästinenser.

Über dts Nachrichtenagentur

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