Mindelheim – Auffahrunfall zweier Schulbusse – mehrere Verletzte

Lkrs. Unterallgäu/Mindelheim | 17.04.2012 | 12-0843

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Ein Auffahrunfall zweier Schulbusse löste am Dienstag Vormittag, 17.04.2012, einen größeren Einsatz des Rettungsdienstes aus. Gegen 7.45 Uhr war ein Schulbus, der mit 32 Schülerinnen und der 53-jährigen Fahrerin besetzt war, auf der Kaufbeurer Straße in Mindelheim stadteinwärts unterwegs. Der 62-jährige Fahrer eines nachfolgenden unbesetzten Schulbusses erkannte die Situtation zu spät und prallte auf den stehenden Bus. Bei einer ersten Befragung an der Unfallstelle gaben die Insassen des Busses, die überwiegend nicht angeschnallt waren, an, bei dem Unfall nicht verletzt worden zu sein. Nachdem beide Busse nicht mehr fahrbereit waren, wurden die Schülerinnen von einem dritten Bus zur Schule gebracht. Beim Eintreffen an der Schule gaben fünf Schülerinnen an, unter Beschwerden zu leiden.

17-04-2012 busunfall mindelheim rettungsdienst 002Aufgrund dieser Entwicklung wurde der Rettungsdienst verständigt. Eine erneute Befragung der anderen Businsassen ergab, dass insgesamt 16 Schülerinnen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren jetzt Beschwerden hatten. Die Kinder und Jugendlichen wurden vom Rettungsdienst zu zwei nahegelegenen Krankenhäusern zu weiteren Untersuchungen gebracht. Die Eltern der betroffenen Schüler wurden von ihren Kindern selbst, bzw. von der Polizei über den Vorfall unterrichtet. Im Bereich der Kaufbeurer Staße kam es aufgrund der erforderlichen Abschleppung der beiden Busse, an denen ein Schaden von ca. 40.000 Euro entstanden war, für zwei Stunden zu Behinderungen.

Kommentar der Redaktion:

Es passiert ein Unfall, zwei Busse prallen aufeinander, die Kinder werden umgefrachtet in einen anderen Bus und in die Schule gebracht. Es wird nicht registriert bzw. dokumentiert, wer in dem Bus gesessen hat, die Insassen werden nicht untersucht, keine Betreuung an der Unfallstelle. Die Kinder sagen auch nicht, dass sie Schmerzen haben oder verletzt sind – vielleicht stehen sie unter Schock bzw. kommen die Schmerzen erst nach einer gewissen Zeit (HWS-Trauma?). Die Frage ist, wer ist verantwortlich für den raschen Abtransport der Kinder, wer hat hier seine Pflicht unterlassen, einen ordentlichen Notruf abzusetzen. Die Integrierte Leitstelle (ILS) Donau-Iller hatte keine Informationen über einen Busunfall. Erst wie die Schule sich gemeldet hatte, da Kinder über Schmerzen klagten. Die ILS hat einen ordentlichen Job abgeliefert. Sofort wurden mehrere Rettungswagen und Notarzt zur Schule geschickt, der Einsatzleiter Rettungsdienst koordinierte den Einsatz. Insgesamt wurden im Laufe des Vormittags 16 Kinder in Kliniken untersucht. Leider ist das nun bereits der zweite Vorfall, wo Kinder ohne medizinische Sichtung, einfach mit einem Ersatzbus abtransportiert wurden.

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