Milchpreise: Handelspräsident wehrt sich gegen Vorwürfe

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der deutsche Einzelhandel will die Vorwürfe des Bauernverbands nicht auf sich sitzen lassen, als Preisdrücker für die Misere der Milchbauern verantwortlich zu sein. „Diese Behauptungen sind nicht nur unlogisch, sondern einfach falsch“, sagte Josef Sanktjohanser, der Präsident des „Handelsverbands Deutschland“ (HDE), in einem Interview mit der Zeitung „die Welt“. Für das Preistief sei vielmehr ein permanentes Überangebot von Erzeugerseite verantwortlich, also von Milchbauern und Molkereien.

Die Vorwürfe, dass der Handel die Bauern ruiniere, bezeichnete der oberste Handelsrepräsentant als „ärgerlich“. Auch Forderungen nach der Einführung von Mindestpreisen lehnte Sanktjohanser kategorisch ab. Sie würden nach seiner Einschätzung das Gegenteil der beabsichtigten Marktstabilisierung bewirken, da dadurch Anreize für notwendige strukturelle Anpassungen beseitigt würden. „Diese Grundsätze der Ökonomie kann man nicht durch Wunschdenken aushebeln“, sagte der HDE-Präsident. Die Wirtschaftslage des Handels sei weiter hervorragend. „Derzeit stehen alle Ampeln auf grün“, erklärte der Handelspräsident.

Milch, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Milch, über dts Nachrichtenagentur