Merkel will sich für Arbeitsschutz- und Umweltstandards stark machen

Angela Merkel, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Angela Merkel, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür einsetzen, dass Herstellungsländer Arbeitsschutz- und Umweltstandards einhalten. Die G7-Staaten sollten hier „Druck machen“, sagte Merkel in ihrem neuen Video-Podcast. Der Weg sei steinig, denn es gehe um die Gesetzgebung in den einzelnen Ländern, räumte sie ein.

Dennoch könne man einiges erreichen. So habe man „sehr gute Erfahrungen“ damit gemacht, dass man Standards durch die internationalen Organisationen setze und dann dazu aufrufe, diese Standards einzuhalten. Ein Beispiel seien die Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). „Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten, würde auf der Welt mehr Wachstum erzeugen, das darf man nie vergessen, und würde vielen Menschen helfen“, erklärte Merkel. Leider werde manchmal erst etwas erreicht, wenn schreckliche Unfälle passiert seien; so gebe es heute „durchaus Verbesserungen“ in der Textilindustrie von Bangladesch. Ausdrücklich warnte die Bundeskanzlerin jedoch: „Diesen Weg dürfen wir natürlich nicht gehen. Und deshalb soll G7 Druck machen, dass internationale Standards der internationalen Organisationen auch eingehalten werden.“ Unterstützung gebe es seitens der ILO, aber auch von der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation, so Merkel. „Wir wollen auch durch Labels darauf hinweisen: Wer hält sich an solche Standards?“ Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und Entwicklungsminister Gerd Müller haben die Initiative „Standards in Lieferketten“ gestartet. Am kommenden Montag will die Bundeskanzlerin hierüber auch beim G7-Dialogforum der Gewerkschaften in Berlin sprechen. Es ist das erste von sechs Treffen Merkels mit Vertretern der Zivilgesellschaft im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel. Ziel sei, die Themen auf der G7-Tagesordnung breiter zu diskutieren als nur unter Politikern. „Das heißt, es soll auch ein gesellschaftlicher Prozess sein“, erläuterte die Bundeskanzlerin.

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