Merkel-Kritiker betonen Selbstbewusstsein von Fraktion und Partei

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach der überraschenden Wahl von Ralph Brinkhaus (CDU) zum Chef der Unionsfraktion unterstreichen Kritiker des Kurses von Angela Merkel die Eigenständigkeit von Fraktion und Partei. „Die Fraktion muss jetzt die Balance bewahren zwischen Loyalität und Eigenständigkeit“, sagte Union-Fraktionsvize Carsten Linnemann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). Den Machtwechsel an der Spitze der CDU/CSU-Fraktion gegen den ausdrücklichen Willen der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel wertet der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach als Zeichen dafür, dass Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer die Stimmung kollektiv falsch eingeschätzt haben.

Bosbach führt das auf eine Vernachlässigung der Parteiarbeit zurück: „So wichtig eine gute Zusammenarbeit in der Koalition ist, auch die eigene Partei will beachtet, gepflegt und an Entscheidungsprozessen beteiligt werden“, sagte Bosbach den Funke-Zeitungen. Einen Abgesang auf die Kanzlerin hält er dennoch für verfrüht. Er gehe davon aus, dass sich Merkel im Amt halte: „Und dennoch: Wer jetzt schon politische Nachrufe auf die Kanzlerin verfasst, kann sich die Mühe sparen. Die Wahlperiode dauert noch 3 lange Jahre.“

CDU-Parteimitglied, über dts Nachrichtenagentur
Foto: CDU-Parteimitglied, über dts Nachrichtenagentur