Memmingerberg – Neues Asylbewerberheim mit 120 Plätzen auf Airport-Gelände

StacheldrahtDie Regierung von Schwaben hat in den vergangenen Wochen einen Mietvertrag mit dem Allgäu-Airport in Memmingerberg, Lkrs. Unterallgäu, geschlossen. Es handelt sich um ein Gebäude mit 1.400 qm. Hier soll Platz für weitere 120 Flüchtlinge geschaffen werden, die während ihres Asylantragsverfahrens untergebracht werden müssen.

Derzeit sind im Landkreis Unterallgäu 503 Flüchtlinge untergebracht und in der kreisfreien Stadt Memmingen 199.

Sollte im Winter eine Welle von Flüchtlingen nach Bayern kommen und die Erstaufnahme-Einrichtungen in München und Zirndorf den Zustrom nicht bewältigen können, greift ein „Winter-Notfallplan“ der Staatsregierung. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt muss demnach für 200 bis 300 Menschen eine Unterbringung für die ersten Wochen zur Verfügung stellen.

 


 

Bereits im Oktober 2014 hatte der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather  den Kreistag über die Flüchtlingssituation unterrichtet.

Ende 2014 werden im Unterallgäu 510 Asylbewerber leben – so die Prognosen der Regierung von Schwaben. Doch Landrat Hans-Joachim Weirather ging in seinem Bericht im Kreisausschuss davon aus, dass diese Zahl erfahrungsgemäß noch nach oben korrigiert werden müsse.

Ende September lebten im Unterallgäu 367 Asylbewerber. 173 davon sind in Gemeinschaftsunterkünften der Regierung von Schwaben untergebracht, 180 in dezentralen Unterkünften, für die der Landkreis verantwortlich sei. Die Regierung, so Weirather, eröffne zudem in Kürze eine dritte Gemeinschaftsunterkunft in Markt Wald. Außerdem werde auch der Landkreis weitere Unterkünfte anmieten müssen, um die dezentral zugewiesenen Flüchtlinge aufnehmen zu können.

Um die 17 dezentralen Unterkünfte des Landkreises kümmere sich derzeit ein Hausmeister, der direkt beim Landkreis angestellt sei und für den es vom Freistaat Bayern keine Kostenerstattung gebe. „Die Kosten bleiben also trotz der eigentlichen Zuständigkeit des Freistaats am Landkreis hängen“, so Weirather.

Ein weiterer Kritikpunkt sei die derzeit unzulängliche Sozialbetreuung der dezentralen Unterkünfte durch Fachdienste. Diese Aufgabe hat der Freistaat an die Wohlfahrtsverbände abgegeben. Die staatlichen Zuschüsse an diese Träger seien jedoch offensichtlich nicht ausreichend, um eine angemessene Betreuung auch der vielen kleinen Unterkünfte im Unterallgäu sicherzustellen. Dies sei auch die Position des Bayerischen Landkreistages. Es entstehe der Eindruck, das vorbildliche ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger vor Ort werde damit ausgenutzt. „Wir haben die Unterbringung der Flüchtlinge im Unterallgäu bislang nur deshalb so friedlich gelöst, weil viele Menschen ehrenamtlich mitarbeiten. Doch wir müssen auch auf die Zukunft vorbereitet sein und dürfen die Ehrenamtlichen nicht überfordern“, so Weirather.

Er bereitete den Kreisausschuss darauf vor, dass er aufgrund der gegebenen Umstände weitere personelle Vorkehrungen für den Landkreis im Haushalt 2015 treffen müsse, „obwohl das nicht unsere Aufgabe ist“, so Weirather. Auch die ehrenamtlichen Helfer sollen Hilfe aus dem Landratsamt erhalten. Weirather informierte, dass das Landratsamt am 21. Oktober ein Treffen für alle Ehrenamtlichen veranstalte, die Asylbewerber unterstützen. Hier könnten sich die Helfer austauschen und erhielten wichtige Informationen.

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