Memmingen – Serie von Schockanrufen geht weiter – weitere Verhaftung

Memmingen + 13.09.2012 + 12-2190

Die Serie von Schockanrufen die seit einigen Wochen im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West festzustellen ist, hat sich am Donnerstag Vormittag, 13.09.2012, im Bereich Memmingen fortgesetzt.

festnahme-65Am Vormittag wurden bei der Polizeiinspektion Memmingen mehrere Fälle bekannt, bei denen russischsprachige Personen ältere, in Deutschland lebende Spätaussiedler anriefen und eine Notlage eines Angehörigen dieser Spätaussiedler vortäuschten. In allen Fällen wurden hohe fünfstellige Beträge gefordert, um diese Notlage abwenden zu können. Aufgrund der Hinweise geriet ein Fahrzeug mit polnischer Zulassung in den Fokus der Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen. Dieses Fahrzeug konnte auf der A 96 festgestellt und durch Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Memmingen, Kriminalpolizeiinspektion Memmingen und Polizeiinspektion Mindelheim im Bereich Mindelheim gegen 10.30 Uhr angehalten werden. Die weiteren Überprüfungen ergaben, dass die beiden 36-jährigen Insassen mit dem Phänomen Schockanrufe nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht in Verbindung stehen.


Ungefähr zur gleichen Zeit war von einer 59-jährigen Spätaussiedlerin seitens eines bisher unbekannten Anrufers 20.000 Euro gefordert worden, da deren Tochter einen Unfall mit einem Kind verursacht habe. Als sich bereits ein Kurier zur Abholung der Ersparnisse in der Wohnung der Frau befand, ergab sich ein Telefonat zwischen der Frau und ihrer Tochter, so dass der angebliche Vorfall als Betrugsversuch entlarvt werden konnte. Der Kurier flüchtete daraufhin aus der Wohnung. Im Rahmen der umgehend eingeleiteten Fahndung konnte ein 21-jähriger lettischer Tatverdächtiger kurz nach 12 Uhr noch in Tatortnähe festgenommen werden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wird der Mann am Freitag, 14.09.2012, dem Haftrichter vorgeführt werden. Personen, die ebenfalls derartige Anrufe erhielten, werden gebeten, sich bei der Polizei Memmingen unter der Telefon 08331/1000 zu melden. Die Sachbearbeitung des Falles der 59-jährigen Frau erfolgt durch die Kripo Memmingen.


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