Memmingen – Organisierte Urkundenfälschung aufgedeckt

kriminalpolizei-rücken_poeppel_new-facts-euÄußerst gewinnbringend war das Erstellen von falschen Ausweisdokumenten und Führerscheinen durch Mitglieder einer Organisation, welche die rechtliche Existenz Deutschlands leugnet.
Auslöser der Ermittlungen war ein Haftbefehl gegen einen 60-jährigen damals in Krumbach wohnenden Mannes der zu einer Gerichtsverhandlung nicht erschienen war. Bei der Vollstreckung des Haftbefehls wurde bei dem Mann ein Ausweis des Deutschen Reiches aufgefunden der angeblich vom Regierungspräsidenten von Schwaben ausgestellt worden sei. Da es sich bei dem Dokument um ein qualitativ hochwertiges Dokument handelte, das zur Täuschung insbesondere bei Vorlage im Ausland geeignet gewesen wäre, wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der Urkundenfälschung eingeleitet.

Die Nachforschungen der Kripo Memmingen zur Herkunft des Dokuments führten zu der Organisation „Republik Freies Deutschland“ kurz RFD. Durch zunächst unbekannte Angehörige der RFD wurden die Ausweise für selbsternannte „Bürger“ dieses fiktiven Staates erstellt. Wegen der im Raum stehenden Straftaten erließ das Amtsgericht Memmingen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen Durchsuchungsbeschlüsse für eine Wohnung in Brandenburg und zwei in Mittelfranken. Ziel der Durchsuchung waren hierbei Personen die sich unter anderen als Innenminister, Staatssekretär sowie Minister für Haushalt und Finanzen bezeichneten. Im Rahmen der Durchsuchung wurden nicht nur diverse Siegel, sondern auch Kartons mit Blanko Dokumentenpapier sowie einige Blankovordrucke von Ausweisen aufgefunden und sichergestellt. Zwischenzeitlich ist bekannt, dass verteilt auf Führerscheine, Ausweise und Reispässe über 400 Dokumente von den Personen gegen Bezahlung erstellt und in Umlauf gebracht worden sind. Von Einnahmen in Höhe von rund 20.000 Euro durch die Erstellung der Dokumente ist auszugehen.

Zwei Hauptbeschuldige, ein 47-jähriger sowie ein 60-jähriger Mann, sind derzeit unbekannten Aufenthalts. Sie sehen ebenso wie eine 46-jähriger Frau aus Brandenburg sowie ein 43-Jähriger aus dem Raum Ansbach Anzeigen wegen den Urkundenfälschungen entgegen.

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