Memmingen – Jugendlicher Täter wird in psychiatrischem Krankenhaus untergebracht

Memmingen | 23.05.2012 | 12-1111

Der 14-jährige Jugendliche, der am Dienstag Mittag, 22.05.2012, Memmingen in Atem hielt, wurde zwischenzeitlich dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Memmingen vorgeführt. Der Täter hat nach anwaltlicher Beratung von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Zum Motiv der Tat sind deshalb weitere umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen notwendig. Seitens des Ermittlungsrichters wurde ein Unterbringungsbefehl erlassen. Der Beschuldigte wird in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert.

22-05-2012 memmingen amokalarm schule new-facts-eu

Mittlerweile hat sich auch der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann geäußert. Er ist erleichtert, dass die Amokgefahr in einer Memminger Grund- und Hauptschule ohne Schaden für Leib und Leben beendet werden konnte. „Der Vorfall gestern in Memmingen zeigt, dass die Sicherheitskonzepte unserer Schulen und der Polizei für Amoklagen gut greifen. Die Schule hat hier vorbildlich reagiert und alles getan, um die Gesundheit und das Leben der Schüler zu schützen“, so der Innenminister. Auch die Polizei sei auf die Amokgefahr bestens vorbereitet gewesen und habe umsichtig reagiert. Herrmann: „Eine solche Amokgefahr ist ganz sicher ein Ausnahmeeinsatz für die Polizei. Die in Memmingen gestern eingesetzten Polizisten haben sich rundum professionell, vorbildlich und sehr umsichtig verhalten. Ihnen spreche ich meinen Dank und meine große Anerkennung aus.“

Nun müsse in weiteren Ermittlungen geklärt werden, wie der Täter an die Waffen gekommen ist. Nach derzeitigem Erkenntnisstand handelt es sich um Waffen des Vaters. Er ist ein aktiver Sportschütze, der sämtliche gesetzliche Anforderungen an die sichere Aufbewahrung von Waffen erfüllt habe. Dies habe sich die Waffenbehörde nachweisen lassen, auch sei die sichere Aufbewahrung vor Ort begutachtet worden. Gleichwohl ist es dem Täter gelungen, sich Zugang zu den in einem eigenen Tresorraum gesicherten Waffen zu verschaffen. Dies müsse jetzt aufgeklärt werden.

Bedanken sollte man sich aber auch bei den Lehrern, die besonnen auf den „Amokalarm“ reagiert haben, bei den Schülern, die Ruhe bewahrt haben, bei den Einsatzkräften von BRK, MHD, JUH, der Einsatzkräften der Feuerwehr Memmingen und den vielen anderen, die dazu beigetragen haben, dass dieser Einsatz ein gutes Ende gefunden hat und niemand körperlich verletzt worden ist.

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