Memmingen – Betrüger versuchen Senioren in Memmingen durch „Enkeltrick“ reinzulegen – Betroffene sollen sich bei der Polizei melden

Geldscheine Übergabe

In insgesamt fünf Fällen, so viele sind der Kripo Memmingen bisher bekannt geworden, versuchten bisher unbekannte Täter durch den sogenannten „Enkeltrick“ arglose Senioren im Stadtgebiet Memmingen am Mittwoch, 25.05.2016, dieser Woche reinzulegen.

Die Vorgehensweise der Täter ist dabei immer ähnlich: Die Betrüger melden sich telefonisch bei meist älteren Menschen. Dabei geben sie sich als Verwandte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Dies kann z.B. ein Immobilienkauf oder eine andere große Anschaffung sein. Weiterhin wird die Situation als äußerst dringend geschildet. Durch wiederholte Anrufe bauen die Täter oft auch noch Druck auf und schicken ihre Opfer zur Bank, falls sie das Geld nicht zu Hause haben.

Auch in einem der Memminger Fälle ging es soweit, dass eine 86-jährige Seniorin bereits bei der Bank war, um 15.000 Euro mitzunehmen. Hier war es aber letztendlich dem umsichtigen Verhalten eines Bankmitarbeiters zu verdanken, dem die Sache seltsam vorkam und so die Polizei informiert wurde. Eine Geldübergabe an die Betrüger konnte noch verhindert werden.

Auch die anderen Fälle blieben glücklicherweise im Versuchsstadium stecken. Während es die Täter in drei Fällen bei ein- bis zweimaligen Kontaktaufnahmen beließen, wurde bei einem 68-jährigen Mann durch eine Vielzahl von Anrufen ebenfalls versucht, entsprechenden Druck aufzubauen. Dabei ging es letztendlich um 20.000 Euro. Durch eine rechtzeitige Mitteilung an die Kriminalpolizei Memmingen konnte eine Geldübergabe ebenfalls verhindert werden.

Während in den vergangenen Monaten im Dienstbereich der Kripo Memmingen (Landkreis Unterallgäu, Stadt Memmingen und der südliche Landkreis Günzburg) keine derartigen Betrugsfälle aufgelaufen sind, sind die Täter derzeit offensichtlich wieder verstärkt in der Region unterwegs.

Für die weiteren Ermittlungen interessiert die Ermittler nun insbesondere, ob in den vergangenen Tagen auch andere Personen Anrufe erhielten und mit der dargestellten oder einer ähnlichen Masche Geld gefordert wurde. Entsprechende Hinweise werden an die Kriminalpolizei Memmingen unter Telefon (08331) 100-0 erbeten.

 

Weiterhin setzen wir bei diesem Betrugsphänomen auf Prävention und Aufklärung und bitten auch Verwandte und gute Bekannte von älteren Menschen, sie persönlich auf diese Betrugsmasche aufmerksam zu machen.

 

Außerdem:

  • Seien Sie misstrauisch wenn Verwandte oder Bekannte am Telefon Geldforderungen stellen.
  • Geben Sie keine Details zu ihren familiären und finanziellen Verhältnissen heraus.
  • Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen; beenden Sie das Gespräch in dem Fall.
  • Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen, zum Beispiel nach dem Namen seiner Mutter, und bestehen Sie auf die Beantwortung.
  • Die Floskel „Erkennst du mich denn nicht?“ oder ähnlich sollte Sie stutzig machen.
  • Halten Sie unbedingt zeitnah Rücksprache mit anderen Familienangehörigen.
  • Melden Sie derartige Anrufe sofort der Polizei. Scheuen Sie nicht davor die Notrufnummer 110 zu wählen.
  • Übergeben oder überweisen Sie keinesfalls Geld an Fremde.
  • Löschen Sie nach einem Anruf nicht die Anruferliste des Telefonspeichers.