Memmingen-Allgäu – Zwei Männer verhaftet – 12 Objekte durchsucht – Drogen sichergestellt – SEK schlägt auf Pendlerparkplatz zu

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Foto: Pöppel

Monatelang haben sich die Ermittlungsbehörden und die Polizei auf den Zugriff am Montag, 11.04.2016, vorbereitet. Seit einigen Monaten führte die Kriminalpolizeiinspektion in Neu-Ulm mit Zentralaufgaben [KPI(Z)] Rauschgiftermittlungen wegen dem Verdacht des unerlaubten Handels.

Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen, die bereits seit Herbst 2015 laufen, führten zur Festnahme zweier Hauptverdächtigen im Alter von 40 und 51 Jahren aus dem Motorradclub Black Rider in Lauben im Oberallgäu. Sie konnten an einem Pendlerparkplatz an der BAB A7 in Memmingen bei einem vermuteten Rauschgiftgeschäft auf frischer Tat von einem Sondereinsatzkommando (SEK) festgenommen werden.

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Die beiden Männer waren mit einem Transporter unterwegs. Die Polizei stoppte das Fahrzeug auf dem Parkplatz, den Beifahrer konnten die Spezialkräfte sofort festnehmen, der Fahrer versuchte zu flüchten. Um das zu verhindern, stellten sich Polizisten mit ihrem zivilen Einsatzfahrzeug vor den Transporter, dieser rammte das Polizeiauto, konnte aber gestoppt werden.

Beide Männer wehrten sich bei der Festnahme so heftig, dass sie Verletzungen davon trugen. Die beiden Männer wurden noch am Montag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Kempten dem Haftrichter vorgeführt, dieser erließ Untersuchungshaftbefehl.

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Im Transporter konnten die Ermittler eine größere Menge einer Substanz sicherstellen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Rauschgift handelt. Geprüft werden muss das aber noch in einem Labor. Zur Menge und Art der Droge wurden keine Angaben gemacht.

Außer der Festnahme führte die Polizei noch mehrere Razzien in Wohnungen der Rocker im Oberallgäu, Ostallgäu, Unterallgäu und in Reutlingen durch. Insgesamt waren 12 Objekte im Visier der Beamten. Die Ermittlungen, die durch die Kemptener Staatsanwaltschaft geführt werden, sind noch nicht abgeschlossen.

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Unter den durchsuchten Objekten war auch die Gaststätte „Löwen“ in Lauben, nahe Kempten/Allgäu. Das Lokal dient dem Motorradclub Black Riders als Clubhaus. Bei der Durchsuchung dort wurde die Polizei nicht fündig. Unklar ist derzeit auch, ob die beiden Männer den Rauschgiftdeal alleine durchgezogen haben, oder ob der Rockerclub „als Ganzer“ in die Drogengeschäfte verstrickt ist. Dazu macht die Polizei noch keine Angaben.

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Die Drogengeschäfte seien nicht kleinzureden, sagte ein Sprecher der Polizei. Trotzdem sei der Allgäuer Motorrad-Club nicht zu vergleichen mit Gruppen wie den Hells Angels oder Bandidos. „Die Black Riders sind vor allem eine Motorrad-Gemeinschaft, die sich regelmäßig trifft. Es gibt keine Hinweise, dass sie sich auch in der Rotlicht-Szene etablieren wollen und kriminelle Großgeschäfte tätigen wie andere Motorrad-Clubs.“ Zwar seien einige einzelne Mitglieder auch polizeilich in Erscheinung getreten, die meisten „gehen aber ganz normalen Berufen nach“.

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Die Black Riders wurden am 15.09.1976 in Friedrichshafen gegründet. Sie haben sich mittlerweile über den gesamten Südwesten ausgebreitet. Die Black Riders unterhalten Kontakte zu den Bandidos, Gremium, Hells Angels und den Outlaws. Einige Mitglieder der Black Riders liefen in der Vergangenheit zu den führenden Motorradclubs über.