Meinungsforscher: AfD wird sich im Parteienspektrum etablieren

Abstimmung auf dem Gründungsparteitag der
Foto: Abstimmung auf dem Gründungsparteitag der „Alternative für Deutschland“ am 14.04.2013, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Führende Meinungsforscher in Deutschland gehen nicht von einem baldigen Verschwinden der Alternative für Deutschland (AfD) aus. „Die AfD wird es in zwei Jahren sicher noch geben“, sagte Renate Köcher, Leiterin des Instituts für Demoskopie Allensbach, gegenüber „Bild“. Klaus-Peter Schöppner vom Institut TNS Emnid sagte dem Blatt: „Die AfD verschwindet nicht. Sie ist mehr als nur Protestpartei, macht inhaltliche Angebote auf dem rechten Flügel, wird straff geführt und zieht weitere respektable Persönlichkeiten an.“

Auch Richard Hilmer von Infratest Dimap rechnet damit, dass die AfD in weitere Landtage einziehen wird. „Die AfD ist eine Staubsauger-Partei. Sie saugt Stimmen aus allen Ecken. Trotz ihrer Erfolge im Osten Deutschlands ist ihre politische Zukunft offen. Denn bei ihren jüngsten Erfolgen profitierte sie von der geringen Wahlbeteiligung und der hohen Zahl der Wechselwähler. Langfristig wird sich die AfD entzaubern – aber nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre. Hier rechne ich mit weiteren Einzügen in Landtage.“ INSA-Chef Hermann Bunkert schließt sogar 2017 den Einzug in den Bundestag nicht aus: „Die AfD hat nach unseren Umfragen ein Potenzial von bis zu 20 Prozent Wählerstimmen. Der Einzug in den Bundestag 2017 ist aus heutiger Sicht sehr wahrscheinlich.“ Nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner hängt die Lebensdauer der AfD maßgeblich davon ab, wie die politische Konkurrenz mit der Neugründung umgeht: „Die AfD ist mit den Piraten nicht zu vergleichen. Ob und wie lange sie sich hält, hängt davon ab, wie die anderen Parteien mit ihr umgehen. Wenn man sie hochredet wie jetzt, wird sie bleiben. Wenn man sie dorthin stellt, wo sie meiner Ansicht nach hingehört, in die rechte Ecke, und sie ächtet, wird sie wieder verschwinden.“

Über dts Nachrichtenagentur

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