Mehrheit der Flüchtlinge kommt ohne Ausweispapiere über Grenze

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Mehrheit der nach Deutschland eingereisten Migranten ist im Frühjahr 2016 ohne Papiere ins Land gekommen. Das belegen neue Zahlen der Bundespolizei, die „Bild“ (Mittwoch) vorliegen. Demnach waren „rund 80 Prozent“ der von Januar bis April festgestellten Migranten nicht im Besitz eines erforderlichen Passdokuments.

Das sind bei 114.255 von der Bundespolizei an der Grenze aufgegriffenen Migranten rund 91.000 Flüchtlinge ohne Papiere. Von Januar bis März 2016 stellten die deutschen Grenzbehörden nach „Bild“-Informationen zudem 1.306 gefälschte Grenzübertritts-Dokumente bei Flüchtlingen fest, davon 145 bei Syrern. Im gesamten Jahr 2015 fanden deutsche Polizeibehörden insgesamt 4.973 gefälschte Ausweisdokumente bei illegal eingereisten Migranten in Deutschland, davon 834 gefälschte Ausweise bei Syrern. Und in den ersten vier Monaten des Jahres 2016 waren weit mehr als 4.000 eingereiste Personen bei der Polizei zur Fahndung ausgeschrieben. In der Antwort der Bundespolizei auf eine „Bild“-Anfrage heißt es dazu: „Es wurden von Januar bis April 2016 genau 4.223 Personen bei Kontrollen an deutschen Landgrenzen festgestellt, bei denen eine Ausschreibung in den Fahndungssystemen der Polizei vorlag. Gründe waren unter anderem Ausschreibung zur Aufenthaltsermittlung, Ausschreibung zur Einreiseverweigerung und Ausschreibung zur Festnahme.“ Zusätzlich stellte die Bundespolizei nach „Bild“-Informationen bei ihren Grenzkontrollen noch „312 Dokumente fest, die in den Fahndungssystemen der Polizei ausgeschrieben waren.“

Flüchtlinge auf der Balkanroute, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Flüchtlinge auf der Balkanroute, über dts Nachrichtenagentur