Marktoberdorf – Digitalfunk für die Region – Fluch oder Segen?

Lkrs. Ostallgäu/Marktoberdorf + 11.04.2013 + 13-0874

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Am Samstagmittag, 11.05.2013, hatte Landrat Johann Fleschhut, die Feuerwehren, THW, BRK, ASB, DLRG u.v.a. ins Landratsamt nach Marktoberdorf eingeladen. Es ging um die Einführung des Digitalfunks im Landkreis Ostallgäu „2016“.

Zu Beginn der Veranstaltung gab es zuversichtliche Worte von Herrn Landrat Johann Fleschhut bezüglich dem Ausbau des Digitalfunknetzes in der Region Ostallgäu. An einigen Stellen wurde mit dem Bau der insgesamt 14 Digitalfunkmasten schon begonnen, zwei Funkmasten sind schon fertig errichtet, drei befinden sich im Bau. Die genaue Lage der Standorte der Sendeeinrichtungen wollte man aus sicherheitstechnischen Aspekten nicht preisgeben. Die Antwort auf die Frage, ob die Nachbarn der Sendemasten entsprechend in die Planung mit einbezogen wurden, blieb offen.

Bis zum Jahre 2016 soll ein funktionsfähiges und nutzbares Digitalfunknetz im Ostallgäu entstanden sein. Die Hilfsorganisationen, die Gemeinden mit ihren Feuerwehren, alle müssen mit Einführung des Digitalfunks auch ihre Funkeinbauten in den Fahrzeugen und in den Gerätehäusern und Einsatzleitstellen erneuern. Die Kosten die hierdurch entstehen wurden leider bisher nicht beziffert. An eine Abschaltung des analogen Funkbetriebes im Jahr 2016 wird aber noch nicht gedacht, da im Moment aus technischem Gründen, nicht alle Funktionen auf das digitale Netz übertragbar sind – daran wird jedoch mit Hochdruck gearbeitet, hierunter fällt zum Beispiel die Alarmierung der Einsatzkräfte über Funkmeldeempfänger. Damit die Helfer auch nach der Einführung des Digitalfunks noch zum Alarm alarmiert werden können, wird das bisherige 4m-Band-BOS noch gebraucht. Denn eine digitale Alarmierung wird erst weit nach der Einführung des digitalen Sprechfunks erfolgen, da hier ebenfalls nochmals entsprechende Kosten entstehen.

Die Einsatzkräfte konnten sich die neuen digitalen Handsprechfunkgeräte und Fahrzeugfesteinbauten in der Ausstellung ansehen und testen.

Für den Landkreis Ostallgäu soll der erweiterte Probebetrieb im Dezember 2015 starten. In dieser Zeit wird dann das System von den Hilfsorganisationen auf Herz und Nieren getestet.

Viele Fragen können beim Thema Digitalfunk bis heute nicht beantwortet werden. Die Idee Digitalfunk bringt viele Vorteile, aber ob die Entwicklung schon so weit ist, dass man das neue System schon flächendeckend einführen kann wird von manchem Fachmann in Frage gestellt. Bayern hat ja gesagt zum Digitalfunk und nun wird er überzeugend verkauft.


Foto: Bringezu

 

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