Maas bereitet Bestrafung von bestimmten Freiern vor

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Berlin – Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) plant strafrechtliche Konsequenzen für Freier, die Dienste von Zwangsprostituierten in Anspruch nehmen. Eine erste Regelungsskizze seines Ministeriums für die Reform sieht nach Informationen des „Spiegel“ eine Vorschrift mit der Überschrift „Schwere Ausbeutung“ vor. Danach würden Männern, die Sex mit einer Prostituierten kaufen, obwohl sie „Kenntnis“ von deren Zwangslage haben, Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen drohen.

Als Beispiele für solche Zwangslagen von Frauen nennt das Konzept des Ministeriums beispielsweise eine „Schuldknechtschaft“, also die finanzielle Ausbeutung der Opfer durch ihre Zuhälter. Union und SPD haben das Vorhaben im Koalitionsvertrag vereinbart. Dennoch gibt es unter Innenpolitikern Zweifel, ob die Bestrafung von Freiern effektiv gegen Menschenhandel wirkt. „Ich bezweifle, dass eine große Zahl der Freier von Zwangsprostituierten tatsächlich verurteilt wird“, sagte der CSU-Abgeordnete Hans-Peter Uhl dem Magazin. „Entscheidend ist aber, dass Freier ihre Augen nicht mehr vor der Lage der Frauen verschließen könnten. Sie müssten zu ihrem eigenen Schutz darüber nachdenken.“

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