Löw hält EM-Sieg für möglich

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Bundestrainer Joachim Löw ist zuversichtlich, dass die deutsche Nationalmannschaft bei der am 10. Juni beginnenden EM in Frankreich wieder titeltauglich sein wird. „Nun wird es wichtig sein, dass wir wieder den Team-Spirit wecken können, dieses bedingungslose Füreinander-Dasein. Und dann sind wir auch in der Lage, das Turnier zu gewinnen“, sagte Löw im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag-Ausgabe).

Zwar sei nach dem WM-Triumph 2014 in Brasilien kurzfristig „eine gewisse Sättigung“ festzustellen gewesen, auch seien in Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker wichtige Führungspersönlichkeiten zurückgetreten: „Das waren Säulen, die weggebrochen sind“, sagte Löw. Inzwischen aber habe sich „die Hierarchie wieder gefestigt“, die Nationalelf habe „mit Persönlichkeiten wie Neuer, Hummels, Boateng, Khedira, Kroos, Özil, Müller eine gute Achse, hinzu kommt Schweinsteiger, wenn er fit ist“, erklärte Löw und stellte fest: „Fußballerisch sind wir ohnehin stark.“ Nach dem Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund am Samstag in Berlin trifft sich der 27-köpfige EM-Kader am Dienstag zum Trainingslager in Ascona. Bis zum EM-Start mit den Vorrundenspielen gegen die Ukraine, Polen und Nordirland muss Löw sein Aufgebot auf 23 Spieler reduzieren. Das Vertrauen spricht Löw dem beim FC Bayern in der zurückliegenden Saison auch aus Verletzungsgründen nur selten zum Einsatz gekommenen WM-Finaltorschützen Mario Götze aus: „Die Einstellung ist bei ihm vorbildlich. Es gibt andere Fälle, die nach so einem Turnier, so einem Hype nachlassen. Das Gefühl habe ich bei Mario nicht. Deswegen wird er durch diese Situation finden.“ Zu den Vermutungen, dass Mario Götze womöglich den FC Bayern im Sommer – trotz eines bis 2017 gültigen Vertrages – vorzeitig verlassen werde, da der neue Trainer Carlo Ancelotti, Nachfolger von Pep Guardiola, nicht auf ihn setzt, sagte Löw: „Natürlich kann er nicht zu Mario sagen: Du wirst bei mir immer spielen, ich garantiere dir das. Das kann und wird er keinem Spieler sagen.“ Zu den Wechselgerüchten fügte der Bundestrainer hinzu: „Ganz allgemein sage ich: Manchmal kann ein Wechsel weitere Kräfte frei setzen, ein neues Umfeld, neue Herausforderungen, neue Reize. Schauen sie mal auf die Entwicklung von Toni Kroos. Auch bei den Bayern war er top, in Madrid hat er dennoch noch einmal einen Sprung gemacht. Was Mario braucht, ist Vertrauen. Er braucht einen Trainer, der ihn unbedingt in seiner Mannschaft haben will. Aber das soll jetzt keine Kritik an den Bayern sein, schon gar nicht an Pep Guardiola.“ Zu Guardiola, der im Pokal-Finale sein letztes Spiel für den FC Bayern coacht, ehe er zu Manchester City wechselt, erklärte Löw: „Guardiola hat der Bundesliga seinen Stempel aufgedrückt. Ich bedaure, dass er Deutschland verlässt.“

Jogi Löw, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Jogi Löw, über dts Nachrichtenagentur