Lkrs. Neu-Ulm – Mutmaßlicher Reichsbürger hortet Waffen

Foto: Polizei

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Im Zuge einer richterlich angeordneten Hausdurchsuchung wurde am Mittwoch, 05.04.2017, bei einem 33-jährigen Mann Zuhause ein ganzes Waffenarsenal sichergestellt.

Der junge Mann geriet in den Blickpunkt der Fahnder, weil er im Internet einen Revolver, der dort als Migrantenschreck bezeichnet wurde, für ca. 380 Euro erworben hatte. Mit der Waffe lassen sich Kunststoffkugeln verschießen, die durchaus geeignet sind, schwere Verletzungen zu verursachen. Die Geschossenergie ist dementsprechend hoch. Für den Besitz und zum Führen sind waffenrechtliche Erlaubnisse erforderlich, die der Mann nicht hatte.
Bei der Durchsuchung wurde nicht nur der gesuchte Revolver sichergestellt, es fand sich ein ganzes Waffenarsenal. Die Wohnung war voll von Messern, Dolchen, Schwertern und Macheten, bis hin zu Sportbogen, Armbrüste, einem Luftgewehr und große Mengen Pfeilen und Munition. Auch Nazi-Symbole wie eine Reichskriegsflagge, Wehrmachtsutensilien und eine Bierflasche mit Hitlers Konterfei waren dort gehortet. Im Keller wurden zwei Aufzuchtanlagen für Marihuanapflanzen aufgefunden. Diese waren bereits abgeerntet. Es fand sich aber noch Restmaterial, wie welke Blätter und Stängel mit einem Gewicht von ca. 220 Gramm.

Der Mann führte in seiner Geldbörse zudem einen auf seinen Namen ausgestellten „Personenausweis Deutsches Reich“ mit, wie er regelmäßig von den sogenannten Reichsdeutschen verwendet wird. Die noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen werden durch die Staatsanwaltschaft Memmingen und dem Kommissariat Staatsschutz bei der Neu-Ulmer Kriminalpolizei geführt.