Litauens Außenminister sieht konkrete Bedrohung durch Russland

Vilnius (dts Nachrichtenagentur) – Litauens Außenminister Linas Linkevicius hat Russland vorgeworfen, mit dem militärischen Großmanöver „Zapad 2017“ im vergangenen September einen Angriff auf Nato-Staaten in Europa trainiert zu haben. „Der Charakter der Übung war nicht defensiv, sondern rein offensiv angelegt“, sagte Linkevicius dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagsausgaben). „Die Version des Kremls, es habe sich um eine Übung zum Kampf gegen Terroristen gehandelt, gehört ins Reich der Märchen.“

Es sei vielmehr ein weiterer Versuch Russlands gewesen, „auf einem hohen Niveau von Intransparenz seine militärischen Muskeln spielen zu lassen“. Besonders im Kaliningrader Gebiet, dem nördlichen Teil des früheren Ostpreußen, seien weit mehr Soldaten und Waffen zum Einsatz gekommen als von Russland angegeben. Während Moskau offiziell von knapp 12.000 Teilnehmern sprach, gehen westliche Beobachter von bis zu 100.000 russischen Soldaten aus, die sich zwischen der Kola-Halbinsel im Norden und der Grenze zur Ostukraine im Süden mehr als eine Woche lang im Manöver befanden. Dem litauischen Verteidigungsministerium liegen seit Monaten russische Pläne vor, die nicht nur eine Besetzung der drei baltischen Nato-Staaten Litauen, Lettland und Estland, sondern auch von Teilen Finnlands und Schwedens vorsehen, so das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Fahne von Russland, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Fahne von Russland, über dts Nachrichtenagentur