Lindenberg / Allgäu – Ermittlungsgruppe nach Überfall auf Jugendliche eingerichtet

kriminalpolizei-rücken poeppel new-facts-eu

Symbolfoto

Nachdem am 12. Juli 2014 eine Schülerin in Lindenberg/Allgäu von einem bislang unbekannten Mann angegangen wurde, hat die Kripo Lindau eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Sie bittet weiter um die Mithilfe der Öffentlichkeit.

 

Die junge Frau befand sich in dieser Nacht gegen 1.15 Uhr alleine zu Fuß auf dem Nachhauseweg und war auf dem Geh- und Radweg der Ortsverbindungsstraße von Lindenberg in Richtung Scheidegg (Bundesstraße 308) unterwegs. Auf Höhe der Unterführung beim Weiler Haus riss der Unbekannte sie zu Boden und berührte sie unsittlich. Die junge Frau konnte sich aber wehren und davonlaufen. Die nach Alarmierung der Polizei sofort eingeleitete Fahndung nach dem Unbekannten verlief bislang ohne Erfolg.

Die Kripo Lindau richtete eine Ermittlungsgruppe ein, in der derzeit rund acht Ermittlerinnen und Ermittler der Lindauer Kripo und Schleierfahndung tätig sind und die zwischenzeitlich einen Zusammenhang zu weiteren vergangenen Taten herstellen kann. Bei der Fall in Scheidegg konnte durch die Spurensicherung eine DNA-Spur gesichert werden, die durch das Bayer. Landeskriminalamt ausgewertet und bereits bei drei früheren und ähnlich gelagerten Fällen im Westallgäu festgestellt wurde. Außerdem können die Ermittler nicht ausschließen, dass zwei weitere Fälle aufgrund ihrer Begehungsweise ebenfalls diesem Täter zugerechnet werden können.

 

Ermittlungsgruppe bittet um Mitwirkung bei Speichelprobe

 

Aufgrund dessen wurde von der Staatsanwaltschaft Kempten beim Amtsgericht Kempten der Beschluss für eine DNA-Reihenuntersuchung beantragt, der durch das Gericht auch erlassen wurde. Aus diesem Grund sind die Ermittler unter anderem derzeit damit beschäftigt, einzelne Personen, die in das entsprechende Täterprofil passen, aufzusuchen um eine Speichelprobe einzuholen. Diese freiwillige Abgabe der Speichelprobe ist ein wesentlicher Beitrag jedes einzelnen Probanden zur Klärung der Taten. Wichtig ist dabei zu wissen, dass die abgenommene DNA ausschließlich dem Abgleich der am Tatort gesicherten Spur dient. 
Außerdem weisen Staatsanwaltschaft und Polizei darauf hin, dass die freiwillig abgegebene DNA nach einem negativen Abgleich gelöscht und nicht gespeichert wird!

 

3.000 Euro Belohnung – Ermittler bitten weiter um Hinweise

 

Die Beamten der Ermittlungsgruppe bei der Lindauer Kripo bitten nochmals um Hinweise unter der Telefonnummer (08382) 910-0 oder an jede andere Polizeidienststelle.

 

  • Wem sind männliche Personen bekannt, die sich im Juni/ Juli bzw. September der Jahre 2000, 2008, 2009 und 2014 im Bereich Lindenberg, Scheidegg und Weiler-Simmerberg aufgehalten haben und auf die folgende Personenbeschreibung zutrifft?

 

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist der Täter Geburtsjahrgang 1960 bis 1980. Er wurde von den Opfern weitestgehend übereinstimmend beschrieben und ist nach deren Angabe 170 bis 180 cm groß und hat eine schlanke und kräftige bis athletische Figur. Ob es sich hierbei um einen einheimischen Mann oder einen Urlauber handelt, ist nicht bekannt.

 

  • Wem fielen im Bereich der genannten Tatorte zu der jeweils genannten Tatzeit entsprechende Personen oder auch Fahrzeuge auf?

 

Für Hinweise, die zur Klärung der Tat oder zur Ergreifung eines Tatverdächtigen führen, hat das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro ausgelobt, die unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt werden kann.

 

„Spur-Spur-Treffer“ bei zurückliegenden Fällen

 

Folgende Fälle bringen die Ermittler aufgrund einer identischen Täter-DNA-Spur mit der Tat in Scheidegg in Verbindung (sogenannter Spur-Spur-Treffer):

Am 11. Juli 2009 ging der Unbekannte ein damals 14-jähriges Mädchen an, das sich auf dem Nachhauseweg eines Festes befand. Sie wurde gegen 22.15 Uhr auf der Straße von Weiler zum Ortsteil Schreckenmanklitz von ihm überfallen. Durch einen Biss in eine Hand bzw. einen Finger konnte sie sich losreißen und flüchten. Dies war der dritte Fall, in dem diese DNA gesichert wurde.
Eine zweite Tat, begangen am Samstag, den 28. Juni 2008, kann ebenfalls dem bislang unbekannten Täter zugeordnet werden. Eine damals 18-Jährige wurde direkt vor der Haustüre ihres Wohnanwesens in Lindenberg angegangen. Aufgrund ihrer heftigen Gegenwehr konnte die Frau aber flüchten.
Die erste Spur stammt von einem Fall der sich am Sonntag, den 9. Juli 2000 in Isny ereignet hatte. Eine zum Tatzeitpunkt 27-jährige Frau wurde im Nahbereich eines Festes ebenfalls Opfer einer versuchten sexuellen Nötigung. Das Opfer biss damals dem Täter massiv in die Zunge, worauf dieser von der Tat abließ und flüchtete.

Auch wenn bei zwei weiteren Fällen keine entsprechende DNA gesichert werden konnte, besteht aufgrund der Begehungsweise der Verdacht, dass ein ähnlicher Fall vom 3. September 2005 in Lindenberg zum Nachteil einer damals 21-Jährigen und eine weitere Tat vom 1. Januar 2007 in Lindau, zum Nachteil einer damals 22-Jährigen möglicherweise ebenfalls von diesem Täter verübt worden sein könnte.

Anzeige