Lindau/Rom – Verlockendes Geldgeschäft endet mit Raub in Italien

Geldscheine

Symbolfoto

Eine Verkaufsanzeige für ein Haus brachte eine 58-jährige Frau aus dem Landkreis Lindau und ihren 54-jährigen Lebensgefährten aus dem benachbarten Landkreis Ravensburg in Kontakt mit Straftätern.

Der Mann hatte vor etlichen Wochen im Internet ein hochwertiges Haus zum Verkauf inseriert. Daraufhin meldete sich unter anderem ein Interessent aus Italien, der vorgab, aus terminlichen Gründen derzeit nicht nach Deutschland kommen zu können. Aufgrund des glaubwürdig vorgetragenen Interesses kam es Ende Januar zu einem ersten Treffen mit zwei Männern in einem Restaurant in Rom (Italien). Bei dieser Zusammenkunft boten die mutmaßlichen Interessenten dem Paar aus Deutschland Schweizer Franken zu einem vorzüglichen Wechselkurs an. Das Angebot war offenbar so verlockend, dass die beiden späteren Geschädigten rund 80.000 Euro zusammentrugen und am Sonntag, 08. 02.2015, ein weiteres Mal nach Rom reisten. Das Tauschgeschäft sollte dann außerhalb des Restaurants in bzw. an einem Auto stattfinden. Der Mann verließ kurzfristig das Restaurant und stellte dabei fest, dass die zum Tausch angebotenen Schweizer Franken offenbar gefälscht waren. Im letzten Moment wollte er seine noch am Tisch sitzende Lebensgefährtin warnen, doch es war zu spät. Einer der beiden Täter entriss der Frau den Umschlag mit dem Geld. Der 54-Jährige rannte noch hinterher und trat noch gegen die Tür des Fluchtautos, dann waren die Täter mit dem gesamten Geld entkommen. Der Koffer mit dem Falschgeld – Blüten im Nennwert von 22.000 SFR – blieb im Restaurant und bei den Geschädigten zurück. Nach einer Anzeigeerstattung bei der italienischen Polizei kehrten die beiden Beraubten nach Deutschland zurück und wandten sich an die Polizeiinspektion Lindenberg/Allgäu. Inzwischen hat die Kriminalpolizei Lindau die Ermittlungen übernommen und auch die Staatsanwaltschaft Kempten vom Sachverhalt informiert.

Die beiden Täter nannten den Geschädigten ihre Namen. Im Moment wird überprüft, ob die Personalien echt oder falsch waren. Die beiden Täter sprachen sehr gut Deutsch und könnten deshalb durchaus ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Sie werden wie folgt beschrieben:

Täter 1: 20-25 Jahre, schmächtig, rund 160 cm groß, rundes Gesicht, kurzer schwarzer Vollbart, ohne Oberlippenbart, schwarze Haare, kein Scheitel, elegante Kleidung.

Täter 2: 40-45 Jahre, schwergewichtig, rund 185 cm groß, schwarze Haare, kein Bart, elegante Kleidung

Hinweisgeber zu den beschriebenen Tätern, anderweitige Zeugen oder möglicherweise gar Personen die ebenfalls Opfer der beiden „Kaufinteressenten“ wurden, werden gebeten sich mit der Polizei in Lindau unter Telefon 08382/910-0 in Verbindung zu setzen.