Lech Walesa: Uneinigkeit des Westens für Ausweitung der Ukraine-Krise verantwortlich

Berlin/Kiew – Der frühere polnische Präsident Lech Walesa macht einen „Mangel an Zusammenhalt“ innerhalb Europas und der USA für die bisherige Ausweitung des Ukraine-Konflikts verantwortlich. „In solch einer dramatischen Lage erhielt die Ukraine keinerlei ernstzunehmenden Vorschläge, die es vermocht hätten, die gesamte Bevölkerung zu überzeugen und zu einen“, sagte er gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Zugleich mahnte er ein entschiedenes und besonnenes Handeln des Westens an, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Neben Walesa haben sich auch weitere Friedensnobelpreisträger äußerst besorgt über den blutigen Konflikt in der Ukraine und die wachsenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen geäußert. Sie appellierten im Nachrichtenmagazin „Focus“ an Russland, die Ukraine, die USA und die EU, den Krieg und die Gewalt in der Ukraine zu stoppen. Der Dalai Lama erklärte: „Gewalt zerstört das Vertrauen, das für einen Dialog notwendig ist. Und einen Konflikt kann man nur durch Dialog und Übereinkommen lösen.“ Gewalt lasse die Situation aus dem Ruder laufen. Mit übersteigertem Nationalismus schade man sich zudem selber. Der frühere Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, der 1984 für sein Engagement gegen die Apartheid in Südafrika den Nobelpreis erhielt, betonte in „Focus“: „Die Welt kann keinen zweiten Kalten Krieg gebrauchen.“ Die Menschen hätten Wichtigeres zu tun, etwa sich um den Klimawandel und Umweltprobleme zu kümmern. „Die Führer Russlands und der Ukraine halten heute das Wohlergehen der Welt in ihren Händen, das doch so zerbrechlich ist wie ein rohes Ei“, so der 82-Jährige. „Unsere ganze Aufmerksamkeit sollte nun darauf gerichtet sein, eine friedliche Lösung des Konflikts durch Dialog zu unterstützen.“

Über dts Nachrichtenagentur

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