Lautrach – Jahreshauptversammlung der Feuerwehr

Lkrs. Unterallgäu/Lautrach + 30.11.2012 + 12-2819

30-11-2012 feuerwehr-lautrach vorstandschaft new-facts-eu

Für Freitag Abend, 30.11.2012, lud der Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Lautrach, Christian Höger und Kommandant Jan Müller zur Jahreshauptversammlung ins Gasthaus Rössle nach Lautrach ein. Zwei große Objekte fallen in die Zuständigkeit der Feuerwehr Lautrach, Schloss Lautrach (max. Belegung mit 150 Gästen) und die Regens Wagner Behinderteneinrichtung (mit bis zu 200 Personen). Für eine Gemeinde mit rund 1.400 Einwohnern, davon 41 aktive Feuerwehrmänner und neun Frauen, eine große Aufgabe und Verantwortung. Mit 21 Atemschutzgeräteträgern ist die Feuerwehr sehr gut aufgestellt, dazu kommen zehn ausgebildete Maschinisten, acht Gruppenführer und eine Jugendfeuerwehr mit zwei Mädchen und neun Jungs.

Kommandant Jan Müller konnte auf sieben Einsätze der Wehr zurückblicken, zwei Brände, drei technische Hilfeleistungen und zwei Brandmeldeanlagen. Am 07.12.2011 wurde die Ortsfeuerwehr Lautrach von der Integrierten Leitstelle (ILS) Donau-Iller alarmiert, da die automatische Brandmeldeanlage (BMA) der Regens Wagner Einrichtung angeschlagen hatte. Glücklicherweise war nur ein technischer Defekt dafür verantwortlich und kein Brand. Zur Vermisstensuche in Legau wurde Lautrach am 17.12.2011 angefordert. Ein Bewohner eines Altenheimes war abgängig und das bei knapp -20 Grad Celsius. Nach vier Stunden konnte der Vermisste aufgefunden werden, dieser erlag jedoch wenig später auf Grund einer starken Unterkühlung. Zu einem Brand musste ausgerückt werden am 04.06.2012, da es in einer Werkstatt in Engelharz zu einem Brand gekommen war. Das sind nur einige Auszüge aus dem Einsatzgeschehen.

Um Einsätze aber erfolgreich abwickeln zu können ist es wichtig, dass die Mannschaft immer wieder geschult wird und auf Einsatzszenarien vorbereitet wird. So nahmen die Lautracher am 29.06.2012 an einer Großübung am Bauernhofmuseum Illerbeuren teil. Am 10.08.2012 wurde dann gemeinsam mit den Feuerwehren aus Aichstetten, Aitrach und Leutkirch an einer Biogasanlage trainiert.

Die Freiwillige Feuerwehr Lautrach konnte am 17.12.2011 in ihr neues Feuerwehrhaus umziehen. Durch die zahlreichen helfenden Hände konnte die komplette Ausrüstung innerhalb eines Tages in das neue Schmuckstück transportiert und verräumt werden, so dass die Einsatzbereitschaft der Wehr nicht unterbrochen werden musste. Der Neubau wurde von der Gemeinde, mit Zuschüssen des Landes Bayern und 3.000 Stunden Eigenleistung von Kräften der Feuerwehr gestemmt. Die feierliche Einweihung des neuen Feuerwehrhauses wird am 05. Mai 2013 stattfinden.

Etwas vorwurfsvoller wurde der Ton, seitens Kommandant Jan Müller, gegenüber dem Bürgermeister Arthur Dorn. Hier kam es wohl in den vergangenen Wochen zu erheblichen Differenzen. Streitthemen sind die Beschaffung von Schlauchmaterial und das neue Mehrzweckfahrzeug. Bürgermeister Dorn ist einer der wenigen „Chefs“, der seine Gemeindekasse im Griff hat, da Ausgaben und Einnahmen passen – manch einer bezeichnet ihn als Pfennigfuchser. Aber so jemanden muss es eben auch in einer Gemeinde geben, der schaut was ist notwendig, Angebote einholt, vergleicht und Kompromisse schafft. Bei letzterem, dem Kompromisse schaffen, ist der Bürgermeister wohl ein „harter Hund“ und nur schwer zu überzeugen. Da kann einen Kommandant schon mal einiges abverlangt werden. Viel hat die Feuerwehr in den vergangenen Monaten selbst aus der Vereinskasse beschafft, wo eigentlich nach Bayerischen Feuerwehrgesetz die Gemeinde verantwortlich gewesen wäre, z.B. die Einrichtung der SMS-Alarmierung für die Einsatzkräfte, ein Telefaxgerät für das Feuerwehrhaus, Seifenspender und Vorhaltungen für Desinfektionsmittel, verbesserte Schutzausrüstung, Regale u.v.m (ca. 10.000 Euro). Das Mehrzweckfahrzeug (MZF) ist bereits vom Gemeinderat genehmigt worden und die Beschaffung ist sicherlich auch notwendig. Es geht jetzt darum, dass Bürgermeister Arthur Dorn sich bei anderen Wehren informiert hat, was so ein Fahrzeug kosten darf und was alles an Ausrüstung hinein muss. Als Vergleichsunterlage liegen Rechnungen aus der Beschaffung der Feuerwehr Mindelheim vor (Preis ca. 55.000 Euro), die aber auf Grund des Beschaffungszeitraumes und dem vorhandenen Material der Mindelheimer Wehr nur als Richtschnur dienen dürften. Die Feuerwehr wünscht sich als Basisfahrzeug die Marke VW, wobei das vorliegende Angebot von Ford etwas günstiger ist. Auch der Verein der Feuerwehr Lautrach würde für die Beschaffung 8.500 Euro zur Verfügung stellen. Das derzeitige Angebot für das MZF liegt bei 64.000 Euro Beschaffungskosten. Also der Graben wäre nicht so tief, wenn beide Parteien sich hinsetzen und mit einem Schlichter einen Kompromiss ausarbeiten.

Beim Thema Ersatzbeschaffung Schläuche gibt es sehr unterschiedliches Aussagen. Kommandant Jan Müller möchte neue Schläuche für rund 6.000 Euro beschaffen. Grund hierfür ist, dass nach einem Einsatz bzw. Übung nicht genug Schlauchmaterial zur Verfügung steht um die Fahrzeuge neu zu bestücken und somit die Einsatzfähigkeit der Wehr gefährdet wäre. Andere sind der Meinung, dass das vorliegende Angebot überteuert ist und die Menge der Schläuche reduziert werden könnte. Auch hier könnte man eine Lösung finden. Die Kreisbrandinspektion Unterallgäu prüft den Bedarf und den Zustand, man schreibt das zu beschaffende Material aus und der günstigste Anbieter erhält den Zuschlag und vielleicht kann man die Beschaffung ja auch auf 2013 und 2014 etwas aufteilen.

Lösungen können gefunden werden, wenn man sich an einen Tisch setzt, respektvoll mit seinem Gegenüber umgeht und an einer Lösung interessiert ist.

Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit – ein Spruch den wohl jeder so unterschreiben wird. Die Freiwilligen Feuerwehren haben nur Bestand durch das ehrenamtliche Arrangement. Aus diesem Grund sind die Ehrungen von Feuerwehrangehörigen, die über Jahrzehnte hinweg ihren Dienst tun beachtlich und ehrenswert:

Ehrung für 10 Jahre

Christoph Aichele

Heinle Christopher

Schäfer Benedikt

Ehrung für 20 Jahre

Heintze Alexander

Ehrung für 30 Jahre

Mösle Hermann

Schädle Wolfgang

Auch die Vorstandswahlen standen am Freitag Abend auf dem Programm. Der alte und neue 1. Vorstand, Christian Högel, wurde mit 50 von 53 möglichen Stimmen wieder gewählt. Sophia Schädle löste Reihard Dorn als ersten Beisitzer ab, da dieser für das Amt des Schriftführers kandidierte udn einstimmig gewählt wurde. Zum Kassierer wurde Michael Kettele gewählt. Mit dem Einzug von Sophia Schädle in die Vorstandschaft setzt sich auch in Lautrach eine positive Entwicklung durch, dass Frauen in die Feuerwehr gehören und dort auch ihren Platz haben.

Kreisbrandinspektor (West), Leo Krywult, dankte sich bei alle Anwesenden für ihren Einsatz bei der Feuerwehr und lobte den guten Ausbildungsstand der Frauen und Männer. Hervorgehoben hat er die vorbildliche Jugendarbeit.


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