Lambsdorff: Bei Umsetzung von Syriza-Wahlprogramm geht Athen pleite

Einkaufsstraße in Athen mit Griechischem Parlament, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Einkaufsstraße in Athen mit Griechischem Parlament, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), hat vor einer Zahlungsunfähigkeit Griechenlands gewarnt, wenn das Syriza-Bündnis sein Wahlprogramm umsetzen sollte. „Wenn Herr Tsipras sein Wahlprogramm 1:1 umsetzt, geht das Land unausweichlich in die Zahlungsunfähigkeit“, sagte Lambsdorff im Gespräch mit der „Neuen Westfälischen“ (Donnerstagausgabe). „Natürlich sind neue Beamtenstellen und das Zurückdrehen marktwirtschaftlicher Reformen genau das Falsche. Wenn Tsipras das Land finanzpolitisch bewusst vor die Wand fahren will, wird Griechenland die Eurozone verlassen müssen.“

Die ersten Maßnahmen des neuen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras seien falsch, betonte der Freidemokrat. „Aber noch wissen wir nicht, was er in Brüssel konkret erklärt und darauf werden wir dann reagieren.“ Lambsdorff schloss zudem einen neuerlichen Schuldenschnitt für Athen kategorisch aus: „Ein Schuldenschnitt kommt nicht in Frage.“ Dass die griechische Regierung neue Sanktionen gegen Russland ablehne, erfülle Lambsdorff „mit großer Sorge“, so der FDP-Politiker weiter.

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