Kurden-Präsident erwartet Waffenlieferung von Deutschland

Bagdad/Erbil – Der Präsident der Region Kurdistan-Irak, Masud Barsani, erwartet, dass Deutschland sowohl humanitäre Hilfe leistet als auch Waffen und Munition in den Irak liefert. Nur so sei die kurdische Armee in der Lage, die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) zurück zu schlagen, sagte Barsani in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Ausländische Truppen würden nicht benötigt, betonte er.

„Wir haben wirklich keinen Mangel an tapferen Kämpfern, wir haben einen Mangel an modernen und effektiven Waffen“, so Barsani. Der Kurden-Präsident bestärkte auch die Notwendigkeit einer besseren regionalen und internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der IS. Deren Finanzquellen müssten trocken gelegt werden. Nach Angaben von Barsani bereichere sich die IS durch Erpressung und den Diebstahl von Öl, wodurch täglich drei Millionen US-Dollar eingenommen würden. Zudem seien durch Überfälle auf die irakische Nationalbank in Mosul und Tikrit mehr als eine Milliarde US-Dollar erbeutet worden. Die Bundeswehr hat am Freitag erstmals Hilfsgüter in den Irak geflogen, weitere Lieferungen sollen folgen. Auch Waffenlieferungen wurden bislang nicht ausgeschlossen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ist am Samstag zu einem Kurzbesuch im Irak eingetroffen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

Über dts Nachrichtenagentur

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