Kuranyi verurteilt Rassismus im russischen Fußball

Moskau – Kevin Kuranyi hat die rassistischen Vorfälle im russischen Fußball scharf kritisiert. Der frühere deutsche Nationalspieler, der seit 2010 für Dynamo Moskau spielt, sagte im Interview mit der „Welt am Sonntag“: „Vergangenes Wochenende hatten wir ein Spiel gegen Torpedo Moskau, da sind unsere dunkelhäutigen Spieler auch von gegnerischen Fans provoziert worden. Das ist zum Verzweifeln, diese dummen Leute kriegst du nicht los.“

Der russische Verband könne gegen die Vorfälle, die unter anderem dem Klub ZSKA Moskau Geisterspiele in der Champions League beschert haben, wenig machen. „Die versuchen schon viel zu tun, aber die auf den Rängen, das sind einfach Leute, die nix im Kopf haben. Mich erschüttert das immer wieder. Wir leben im Jahr 2014, solche Sachen dürfen einfach nicht mehr passieren“, sagte Kuranyi. Es bräuchte mehr Zivilcourage, glaubt er: „Seinem Nachbarn auf der Tribüne zu sagen, er solle seinen Mund halten, wenn er mit Affenlauten anfängt, das wäre ein erster großer Schritt.“ Obwohl er sich in Russland sehr wohl fühle, habe er mitunter Heimweh: „Irgendwann möchte ich auf jeden Fall wieder in Deutschland leben und auch mehr Zeit in Panama verbringen, dem Land meiner Mutter.“ Auch eine Rückkehr in die Nationalmannschaft, in der er 2008 sein letztes Länderspiel absolvierte, hat er noch nicht ad acta gelegt: „Wichtig ist, dass ich hier mit dem Verein gut spiele, auch international in der Europa League. Den Rest wird man sehen, mal schauen, was die Zukunft bringt.“

Über dts Nachrichtenagentur

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