Kulturrat: Verkauf von Kunstwerken aus Staatsbesitz gefährdet Förderung

Berlin – Nach Einschätzung des Deutschen Kulturrats stellt der Verkauf von Kunstwerken aus Landesbesitz die Kulturförderung insgesamt infrage. „Die Kultur ist nicht nur in NRW ein Opfer einer verfehlten Wirtschaftspolitik, die die Idee des Gemeinwohls pervertiert“, sagte der Geschäftsführer des Verbands, Olaf Zimmermann, dem „Handelsblatt“ (Online-Ausgabe). Beim Verkauf von Kunstwerken aus dem Vermögen der Portigon AG gehe es auch um die Frage, wohin die Liberalisierung im Rahmen des EU-Binnenmarkts und mit Blick auf die zur Rede stehenden Freihandelsabkommen Ceta und TTIP führen könne.

Dass die Sammlung der ehemaligen Westdeutschen Landesbank, heute Portigon AG, veräußert wird, gilt als wahrscheinlich. Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) begründete dies vergangene Woche damit, dass die Aktiengesellschaft die Kosten ihrer von der EU-Kommission geforderten Abwicklung aus eigener Kraft zu tragen habe. Damit dies ohne weitere Zuführung von Kapital aus dem Landeshaushalt bewältigt werden könne, müsse die Portigon die ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, sagte der Minister vor dem Düsseldorfer Landtag. Darunter falle auch die Verwertung der Kunstgegenstände. Portigon besitzt unter anderem Werke von August Macke, Pablo Picasso und Joseph Beuys.

Über dts Nachrichtenagentur

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